+
Neues Team: Der Erste Vorsitzende der IG Metall Jörg Hofmann (l) und die Zweite Vorsitzende Christiane Benner. Foto: Alexander Heinl

Hohe Zustimmung für neues Führungs-Duo der IG Metall

Erstmals eine Frau und wieder ein Mann aus Baden-Württemberg. Dieser Vorschlag für die Spitze der IG Metall kam an. Jörg Hofmann und Christiane Benner wurden mit hoher Zustimmung gewählt.

Frankfurt/Main (dpa) - Die IG Metall hat sich ein runderneuertes Führungs-Duo an die Spitze gewählt.

Der bisherige Vize Jörg Hofmann wurde am Dienstag beim Gewerkschaftstag in Frankfurt mit großer Mehrheit von 91,3 Prozent zum neuen Ersten Vorsitzenden gewählt. Der 59 Jahre alte Diplom-Ökonom aus Esslingen ist nach zwei Jahren als Stellvertreter nun Nachfolger des aus dem Vorstand ausscheidenden Detlef Wetzel.

Als erste Frau in der Geschichte der fast 125 Jahre alten Gewerkschaft wurde zudem Christiane Benner in die engste Führungsspitze geschickt. Mit 91,9 Prozent Zustimmung erhielt die Soziologin bei ihrer Wahl zur Zweiten Vorsitzenden noch mehr Stimmen als Hofmann, der sich im aber im Vergleich zum Wahlgang 2013 schon um mehr als 13 Prozentpunkte verbessert hatte. Benner hat bereits seit vier Jahren im geschäftsführenden Vorstand der größten deutschen Gewerkschaft zukunftsträchtige Themen wie die Digitalisierung bearbeitet.

Auch bei der Bestätigung des Hauptkassierers Jürgen Kerner zeigten die Delegierten große Einigkeit und statteten ihn mit dem höchsten Ergebnis von 98,5 Prozent Zustimmung aus. Die Amtszeit der insgesamt sieben hauptamtlichen Vorstandsmitglieder beträgt vier Jahre bis zum nächsten ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall. Auch die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder wurden nach den Vorschlägen der Bezirke gewählt.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall beglückwünschte das neue Führungsduo. Jörg Hofmann sei ein sehr erfahrener Tarifverhandler, erklärte Hauptgeschäftsführer Oliver Zander in Frankfurt. "Wir kennen wir ihn seit vielen Jahren, so wie er uns seit vielen Jahren kennt. Das ist eine wichtige Basis für die Zusammenarbeit - die in Zukunft wichtiger denn je wird."

Zu den ersten Gratulanten Hofmanns gehörte auch Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel. Die SPD kämpfe gemeinsam mit der IG Metall für gute Arbeit und ein gutes Leben, erklärte er in einer Mitteilung. Es seien grundlegende und richtungsweisende Veränderungen in Sicht, wie die Globalisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt, der demografische Wandel, Industrie 4.0 und die Energiewende. Die Erwerbsgesellschaft müsse demokratisch gestaltet werden.

Gabriel hatte bereits ein Grußwort zur Eröffnung des Gewerkschaftstages gesprochen. Am Mittwoch erwarten die Metaller dann Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als Rednerin.

Debattenpapier zum Gewerkschaftstag 2015

Gewerkschaftstag IGM 2015

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile
Urlauber sollen bei Online-Buchungen künftig besser abgesichert sein. Das neue Reiserecht hat aus Sicht von Verbraucherschützern aber unerwünschte Nebenwirkungen. Auch …
Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile
BMW und Siemens warnen eindringlich vor Brexit-Folgen
Im März will Großbritannien die EU verlassen. Doch die Verhandlungen zwischen London und Brüssel sind zäh. Viele Unternehmen wissen nicht, was auf sie zukommt - …
BMW und Siemens warnen eindringlich vor Brexit-Folgen
Alternativen zu US-Markt: Industrie will Südamerika-Abkommen
Donald Trump bereitet den Unternehmen in Europa Kopfschmerzen - daher wächst der Druck, den Handel mit anderen Regionen auszuweiten. Ein interessanter Kandidat für ein …
Alternativen zu US-Markt: Industrie will Südamerika-Abkommen
IW: Kein Grund für höheren Mindestlohn als 9,19 Euro
9,19 Euro - oder darf es etwas mehr sein? Für Millionen Beschäftigte naht die Stunde der Wahrheit. Es geht um die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns. Und um die …
IW: Kein Grund für höheren Mindestlohn als 9,19 Euro

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.