Städte besser: Weniger Arbeitslose in München, Hamburg und Berlin

- Nürnberg - Die Arbeitslosigkeit in Bayern bleibt vergleichsweise niedrig. Doch das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Baden-Württemberg um den stabilsten Arbeitsmarkt entwickelt sich immer mehr zugunsten der schwäbischen Nachbarn.

<P>Während in Bayern die Arbeitslosenquote von November bis Dezember 2004 von von 6,7 auf 7,3 kletterte, stieg sie im Südwesten Deutschlands nur von 6,1 auf 6,3. Damit stehen die Schwaben nun einen Prozentpunkt besser da als die Bayern. Eine ähnliche Entwicklung ergibt sich, wenn man den Vorjahresvergleich heranzieht. Gegenüber 2003 stieg die Arbeitslosigkeit in Bayern um 4,3 Prozent, in Baden-Württemberg um 2,7 Prozent.</P><P>Im Freistaat wurde 2004 mit durchschnittlich 449 700 die höchste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung verzeichnet. Gleichwohl bleibt Bayern deutlich vor den anderen Bundesländern. Um fast einen Prozentpunkt schlechter stehen auf den Plätzen drei und vier Rheinland-Pfalz (8,1 Prozent) und Hessen (8,2 Prozent) da. Außerdem dürfte der Saisoneffekt in Bayern zum Wintereinbruch stärker durchgeschlagen haben. Vergleichsweise geringe Zunahmen verzeichneten entsprechend die saisonunabhängigeren Stadtstaaten. Im Jahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit in Berlin und Hamburg sogar ab.</P><P>Zwischen den bayerischen Bezirken blieben die Verhältnisse weitgehend gleich. Oberbayern liegt weit vor allen anderen Bezirken des Freistaates mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent. Allerdings gab es innerhalb Oberbayern signifikante Verschiebungen: Beschäftigungs-Spitzenreiter bleibt der Arbeitsamtsbereich Freising, allerdings mit einem Anstieg der Quote um 0,3 Prozent. Günstiger ist die Entwicklung im Bereich Traunstein (wo die Quote mit 6,0 Prozent gleich blieb) und München, wo die Arbeitslosigkeit sogar von 5,9 auf 5,8 Prozent leicht zurückging. Beide Regionen, die bislang in Oberbayern die Schlusslichter bildeten, reichten die rote Laterne nach Rosenheim weiter: Hier liegt die Quote nun bei 6,1 Prozent. Besonders alarmierend: Die Zahl der offenen Stellen nahm im Bereich Rosenheim um 56,3 Prozent ab, stärker als irgendwo sonst im Freistaat. Saisonale Gründe können dabei keine Rolle spielen, weil die Entwicklung im Jahresvergleich dargestellt ist.</P><P>Allerdings lastet auf den Zahlen eine große Unbekannte. Während in den Vergangenheit die deutsche Statistik internationalen Gepflogenheiten nacheiferte, und Langzeitarbeitslose versteckte, tauchen mit den "Hartz IV"-Reformen viele Arbeitsfähige, die bislang als Sozialhilfeempfänger geführt wurden, wieder als arbeitssuchend in der Statistik auf. Ob und in wie vielen Fällen die Suche von Erfolg gekrönt sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Ein weiterer kosmetischer Schönungseffekt fiel weg, weil die Bundesanstalt für Arbeit nun Umschulungen und Fortbildungen nur noch bei wirklicher Erfolgsaussicht anbietet.</P>

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