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Angesichts der Schmiergeld-Affäre beim Maschinen- und Nutzfahrzeugekonzern MAN wird die Korruptionsabwehr verstärkt.

MAN: Keine Hinweise auf schwarze Kassen

München - In der MAN-Schmiergeld-Affäre haben sich bisher keine Hinweise auf schwarze Kassen ergeben. Dennoch ließ die Staatsanwaltschaft München Niederlassungen der ehemaligen MAN-Tochter Ferrostaal durchsuchen.

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Durchsuchungen bei ehemaligen MAN -Töchtern

Das stellte die mit der Prüfung beauftragte Anwaltskanzlei in ihrem Zwischenbericht fest. Die Kanzlei hatte die Provisionszahlungen der vergangenen zehn Jahre unter die Lupe genommen. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei der Anteil rechtswidriger Zahlungen dabei “überschaubar“ gewesen und betreffe im Wesentlichen die Jahre bis 2006, erklärte das Unternehmen in München. Um möglichen künftigen Fällen vorzubeugen, will MAN zudem seine Korruptionsabwehr mit einem Fünf-Punkte-Programm stärken.

Die Staatsanwaltschaft München geht davon aus, dass Verkäufer in den MAN-Niederlassungen mit dubiosen Zahlungen vor allem den Lkw-Verkauf ankurbelten. Die Ermittler haben weit über 100 Beschuldigte im Visier. Ab 2007 habe die Zahl der Verdachtsfälle nach den Untersuchungen der Anwaltskanzlei drastisch abgenommen, erklärte MAN.

Als Sofortmaßnahmen soll nun sowohl die Aufklärung der Vorwürfe als auch die Vorbeugung vorangebracht werden. So will das Unternehmen künftig bei möglichen Fällen die Staatsanwaltschaft informieren und neben der personellen Aufstockung seiner Revisionsabteilung auch die Compliance-Organisation stärken. Auch die Prozesse des Nutzfahrzeug- Vertriebs sollen überprüft werden.

Zu dem Fünf-Punkte-Programm gehört zudem der Dialog mit Anti-Korruptionsexperten von Organisationen wie Transparency International.

Ähnliche Maßnahmen hatte auch der Elektrokonzern Siemens auf den Weg gebracht, der 2006 vom bisher größten Schmiergeld-Skandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte erschüttert wurde. Auch nach den bisherigen Einschätzungen der Staatsanwaltschaft München ist die Dimension der beiden Fälle aber nicht vergleichbar. Bei Siemens soll über Jahre hinweg über ein System von schwarzen Kassen und fingierten Beraterverträgen Bestechungsgeld zur Erlangung von Aufträgen im Ausland geflossen sein. Insgesamt ging es dabei um Zahlungen von 1,3 Milliarden Euro. Dagegen ist bei MAN bisher von einer Million Euro im Inland und rund 13 Millionen Euro im Ausland die Rede.

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeughersteller hatte unter anderem ein Amnestieprogramm für auskunftswillige Mitarbeiter zur Aufklärung der Affäre aufgelegt, das gut angenommen worden sein soll. Außerdem wurden sogenannte Gelegenheitsprovisionen beim Verkauf von Lastwagen und Bussen abgeschafft.

Der Aufsichtsrat habe dem Vorstand die volle Unterstützung bei der Umsetzung des Fünf-Punkte-Programms zugesichert, erklärte das Unternehmen. “Aufsichtsrat und Vorstand haben nach wie vor das gemeinsame Ziel, jeglicher Art von Korruption bei MAN den Boden zu entziehen.“ 

dpa

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