Stahlboom lässt Gewinne der früheren Krisenbranche wachsen

- Düsseldorf/Salzgitter - Der weltweite Stahlboom hat der früheren deutschen Krisenbranche, den Eisenhütten, kräftig steigende Gewinne und den Stahlkochern höhere Löhne beschert. Die westdeutschen Stahlarbeiter hatten diese Woche einen Tarifabschluss durchgesetzt, der eine Einmalzahlung von 500 Euro und ab September eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent vorsieht.Thyssen-Krupp

<P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Bei Deutschlands größtem Stahlproduzenten hat sich im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2004/05 (30. September) der Überschuss auf 1,3 Milliarden Euro verdreifacht, teilte Thyssen-Krupp mit. "Im weiteren Jahresverlauf gehen wir von einer insgesamt erfreulichen Geschäftsentwicklung aus", erklärte Vorstandschef Ekkehard Schulz in Düsseldorf. Beim Umsatz verzeichnete Thyssen-Krupp ein Plus von 16 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro. Dennoch war die Thyssen-Krupp-Aktie einer der größten Verlierer im Aktienindex Dax. Das Papier büßte im Tagesverlauf mehr als 3 Prozent auf 13,90 Euro ein. Wertpapierhändler begründeten den Rückgang damit, dass ein noch höherer Gewinn erwartet worden sei.</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"> </P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Zum Konzernergebnis trugen unter anderem Veräußerungsgewinne (Wohnimmobilien) im zweiten Quartal in Höhe von 771 Millionen Euro bei. Aus dem verbliebenen Geschäft erwirtschaftete Thyssen-Krupp im ersten Halbjahr 2004/05 ein Vorsteuer-Ergebnis von 913 Millionen Euro, 75 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Stahlsparte lieferte dabei die höchsten Ergebnisbeiträge ab. Mit weitem Abstand folgten Dienstleistungen, Aufzüge und Investitionsgüter. Dagegen verzeichnete das Geschäftsfeld Autoteile einen deutlichen Gewinnrückgang. Die gestiegenen Stahlpreise hätten nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden können.</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"> </P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von 41 Milliarden Euro. Beim Vorsteuerergebnis soll das sehr gute Vorjahresniveau (1,5 Mrd. Euro) übertroffen werden. Der Thyssen-Krupp-Konzern beschäftigte Ende März 2005 weltweit 186 800 Menschen.</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Salzgitter</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"> </P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Die Salzgitter AG hat im ersten Quartal 2005 ein einmaliges Spitzenergebnis erzielt. Wie Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern bekannt gab, kletterte der Vorsteuergewinn der ersten drei Monate auf 253,5 Millionen Euro und lag damit um 867 Prozent über dem Vorjahreswert von 26,2 Millionen. Im gesamten Geschäftsjahr 2004 hatte der Stahlkonzern noch einen Vorsteuergewinn von 323 Millionen Euro erzielt, im Jahr 2003 waren es lediglich 43 Millionen Euro.</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"> </P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Das Ausnahmeergebnis geht vor allem auf die rasant gewachsenen Erlöse des Kernbereichs Stahl zurück. Der Konzern konnte das Vorsteuerergebnis im Segment Stahl von 11,5 auf 167,7 Millionen Euro erhöhen und damit gegenüber dem Vorjahresquartal fast verfünfzehnfachen. Von 5,6 auf 77 Millionen Euro wuchs auch das Ergebnis des Segments Röhren, der Bereich Handel legte von 11,2 auf 26,3 Millionen zu. Für das gesamte Geschäftsjahr 2005 erwartet die Salzgitter AG nunmehr ein Vorsteuerergebnis im "mittleren dreistelligen Millionenbereich".</P>

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