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Was ist eine Stammaktie? Alle Infos vom Kurs über Stimmrechte bis zu Inhaber- und Namensaktien

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Die Aktie von Wirecard ist auf der Anzeigetafel der Frankfurter Wertpapierbörse unter den Dax 30-Werten mit dem Kürzel WDI gelistet.
Stammaktien sind mit einem Stimmrecht verbunden © picture alliance/Arne Dedert/dpa

Die Stammaktie ist ein beliebtes Mittel, um in börsennotierten Unternehmen die Geschäftspolitik mitzubestimmen. Gegen eine geringere Dividende erhält der Aktionär Stimmrechte.

Die Stammaktie ist eines der wahrscheinlich bekanntesten Finanzprodukte. Mit ihr erwirbt der Anleger nicht bloß Anteile am Grundkapital, sondern auch weitreichende Stimmrechte auf der Hauptversammlung. In §12 des Aktiengesetzes werden die Stammaktie und die Vorzugsaktie definiert. Stammaktien können nicht nur von DAX-geführten Unternehmen erworben werden. Die Aktien müssen nicht zwingend an den Anleger ausgegeben werden. Stattdessen wird mit einem Hinterlegungsschein verbrieft, dass der Aktionär die Wertpapiere und damit verbundene Stimmrechte erworben hat. Großaktionäre können mit Stammaktien erheblichen Einfluss auf die Unternehmenspolitik nehmen. Viele Non-Profit-Organisationen erwerben hingegen Stammaktien, um auf der Hauptversammlung ein Rederecht zu bekommen. Wertpapiere werden von Depotbanken verwaltet. Hier können auch Privatanleger Anteile erwerben.

Die wichtigsten Aktionärsrechte im Überblick

Die Stammaktie räumt dem Besitzer weitreichende Rechte am Unternehmen ein, die mit der Menge der gehaltenen Stämme umfassender werden.

Inhaber von Stammaktien können:

Darüber hinaus können Aktionäre auf Satzungsänderungen hinwirken oder künftige Kapitalmaßnahmen mitbestimmen.  Bei einer Kapitaländerung sichert das Bezugsrecht dem Aktionär zu, dass er entsprechend seines bisherigen Anteils neue Aktien erwerben kann. Mehrstimmrechte gibt es im Zusammenhang mit Stückaktien nur noch in genehmigungspflichtigen Ausnahmefällen. In diesem Fall hat der Aktionär größere Stimmrechte als ihm nach seinem Kapitalanteil zustehen.

Der Aktionär geht Verpflichtungen ein

Wer Rechte mit Stammaktien erwirbt, muss auch Aktionärspflichten in Kauf nehmen. Wer Aktien bestellt, geht eine Zahlungsverpflichtung ein. Der Aktionär muss einen Teil seines Kapitals also dem Unternehmen zur Verfügung stellen. Allerdings muss er im Falle einer finanziellen Schieflage des Unternehmens nicht zusätzliches Geld bereitstellen, da keine Nachschusspflicht besteht. Dem Anleger muss klar sein, dass er dem Unternehmen, an dem er Aktienanteile hält, keinen Schaden durch sein Verhalten zufügen darf.

Aktie ist nicht gleich Aktie

Stammaktien können in unterschiedlichen Formen ausgegeben werden. Bei einer sogenannten Namensaktie muss der Name des Aktionärs im Aktionärsregister eingetragen werden, damit er sein Stimmrecht ausüben kann. Eine Inhaberaktie räumt demjenigen Rechte ein, der sie tatsächlich besitzt. Eine Eintragung im Register ist nicht notwendig.

Auf den Wert beziehen sich die Stück- und Nennwertaktien. Stückaktien geben einen bestimmten Anteil am Grundkapital an. Das Kapital wird also in gleich große Anteile geteilt. Einer Nennwertaktie wird ein bestimmter Wert zugeschrieben, der Wert wird also benannt. Der Wert von Stück- und Nennwertaktien kann sich nach einem Aktiensplit ändern. Der Wert der Aktie wird durch eine andere Stückelung oder eine Herabsetzung des Nennwerts geändert. Der Wert des gehaltenen Anteils ändert sich dabei nicht.

Das unterscheidet die Stammaktie von Vorzugsaktien

Grundprinzip der Wertpapiere ist, dass Anleger ihr Kapital in ein Unternehmen investieren. Wer Anteile an einem Betrieb erwirbt, möchte damit auch Vorteile erlangen. Die Stammaktie räumt die besagten Stimmrechte und die Möglichkeit zur Mitbestimmung ein. Dem entgegen steht die Vorzugsaktie. Mit ihr erwirbt der Aktionär keine Stimmrechte. Der Vorteil dieser Aktien ist neben einem günstigeren Ausgabekurs eine höhere Dividende. Daher werden Vorzugsaktien eher von Kleinanlegern bevorzugt, während Großaktionäre mit der Stammaktie ihr Stimmrecht sichern wollen.  Durch die Verschmelzung von Stammaktien und Vorzugsaktien können Unternehmen jedoch verhindern, dass Großaktionäre zu viel Einfluss über ihre Anteile erhalten.

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