Standort Deutschland besser als sein Ruf

- Berlin - Deutschland droht einer aktuellen Studie von KPMG-Wirtschaftsprüfern zufolge momentan kein Ausverkauf von Jobs in Billiglohnländer.

Zwar planten viele westeuropäische Unternehmen, ihre Produktion im unteren Bereich der Wertschöpfungskette sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten an den heimischen Standorten zurückzufahren, heißt es in der Studie, für die 172 Unternehmen befragt wurden. "Zumindest mittelfristig werden die Unternehmen aus Westeuropa bei der Produktion besonders hochwertiger Güter aber immer noch einen klaren Wettbewerbsvorteil haben", erklärte Theodor Kilgert von KPMG.

Zwar lägen die Arbeitskosten in Westeuropa deutlich höher als in anderen Regionen. Die Produktivität sei dafür aber "sehr hoch und gleicht die hohen Arbeitskosten teilweise aus", heißt es in der Erhebung.

Nach der Studie - an der sich 31 deutsche Firmen beteiligten - wollen die befragten Unternehmen den Anteil ihrer Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Westeuropa bis 2007 von 55 auf 49 Prozent senken. Als Hauptgründe dafür wurden Arbeitskosten (65 Prozent) sowie der Zwang zur Rationalisierung und Effizienzsteigerung (48 Prozent) genannt.

Eine andere Studie des Nachrichtenmagazins "Focus" sieht trotz spektakulärer Fälle von Arbeitsplatzabbau wie bei Opel und Karstadt die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland langfristig positiv: So soll die Zahl der Erwerbstätigen hierzulande bis zum Jahr 2020 um 600 000 auf 39 Millionen zulegen. Die Arbeitslosigkeit soll nach Berechnung der Zukunftsforscher von gut zehn Prozent auf acht Prozent sinken.


 

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