Standort-Poker bei Airbus geht weiter

Vor Weichenstellung: - Hamburg/Toulouse ­ Vor den entscheidenden Weichenstellungen beim europäischen Flugzeughersteller Airbus sitzt die Unsicherheit bei den Mitarbeitern tief: Sparprogramm trotz Auftragsboom und Gerüchte um Werksverkäufe. Airbus will in den kommenden Wochen die Weichen für die Unternehmensstruktur der Zukunft stellen. Airbus-Chef Louis Gallois will am Dienstag mit der Bundesregierung darüber sprechen. Am Montag bereits treffen sich Vertreter von Bund und Ländern, um sich auf eine gemeinsame Linie zum Erhalt von deutschen Standorten zu verständigen.

Brisant ist vor allem die Frage, wo künftig Endmontage und Entwicklungszentren arbeiten ­ und damit die Verteilung der Kompetenzen in den nächsten 20 bis 30 Jahren.

"Wir wollen die Endmontagelinien optimieren. Was das im Einzelnen bedeutet, werden wir zunächst den Betriebsräten sagen. Ich warne aber vor dem Gift der Gerüchte", sagte Airbus-Chef Louis Gallois der "Welt". Eine schnelle Änderung für die derzeitige Produktion wäre extrem teuer ­ im Fokus steht vor allem die nächste Generation von Flugzeugen ­ die Nachfolger von A330/A340 und A320.

Das neueste Produkt von Airbus ist derzeit die A380. Die Montage des Giganten ist zwischen Hamburg und Toulouse aufgeteilt. Eine kurzfristige Änderung der Fertigungsstruktur zu Gunsten von Toulouse würde kostbare Zeit fressen und auf Widerstand in Deutschland stoßen. Zudem würde es einen Großteil der Hamburger Wirtschaftspolitik der vergangenen zehn Jahre auf den Kopf stellen. Die Stadt hat für Airbus einen Teil der Elbbucht Mühlenberger Loch zugeschüttete. Eine Konzentration der A380-Fertigung in Toulouse wäre auch finanziell wenig sinnvoll: Airbus hat derzeit bei der A380 nur ein Ziel ­ möglichst schnell Flugzeuge zum Kunden bringen. Das Unternehmen beziffert den Listenpreis für das Riesenflugzeug auf 305 Millionen Euro. Selbst wenn die Startkunden satte Rabatte bekommen haben ­ für jede ausgelieferte A380 kommt trotzdem viel Geld in die Kasse.

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