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Die Starbucks-Filiale an der Lepoldstraße in München.

Starbucks nur knapp über Verlustzone - Expansion nochmals gedrosselt

Seattle - Die weltgrößte Kaffeehauskette Starbucks ist wegen ihres Konzernumbaus im vergangenen Quartal knapp an den roten Zahlen vorbeigeschrammt. Besonders in Westeuropa stutzt der Konzern nun seine Ausbaupläne angesichts trüber Konjunkturaussichten erneut.

Die erhoffte Wende ist noch nicht geschafft: Der Gewinn werde im laufenden Geschäftsjahr niedriger ausfallen als zuletzt geplant, warnte der Konzern. Auf eine konkrete Prognose will sich Starbucks wegen der unsicheren Umsatzerwartungen nicht mehr festlegen.

In seinem vierten Geschäftsquartal schaffte Starbucks nur einen kleinen Überschuss von 5,4 Millionen Dollar nach knapp 159 Millionen Dollar Gewinn ein Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs allein dank des internationalen Geschäfts um gut drei Prozent auf 2,52 Milliarden Dollar (2,0 Mrd Euro), wie die Kette am Montagabend (Ortszeit) mitteilte. Die Börse reagierte enttäuscht.

Den Konzern belasteten im Schlussquartal Kosten von rund 100 Millionen Dollar für den Stellenabbau und die Schließung von Läden. Im US-Geschäft fielen die Umsätze. Im dritten Quartal war Starbucks sogar in die roten Zahlen gerutscht. Die Kaffeehauskette war zuvor nach zu rasanter Expansion massiv auf die Bremse getreten. In den USA müssen derzeit 600 schlecht laufende Filialen dicht machen.

Im Geschäftsjahr 2009 soll die Zahl der Filialen außerhalb der USA nun unter dem Strich um 700 steigen - zuletzt waren in einer bereits drastisch verringerten Planung noch 900 vorgesehen. In den USA soll es binnen Jahresfrist sogar 20 Filialen weniger geben. Weltweit betreibt der Konzern fast 16 700 Filialen, davon in den USA zuletzt mehr als 11 000 und in Deutschland etwa 120.

Konzernchef und Mitgründer Howard Schultz gab sich optimistisch, dass Starbucks den stürmischen Zeiten trotzen könne. Die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel wirft bei Starbucks die größten Gewinne ab. Neue Rabattkarten für treue Kunden sollen dabei helfen.

Für das laufende Geschäftsjahr (28.9.) rechnet der Konzern mit einem Gewinn vor Sonderbelastungen zwischen 0,71 und 0,90 Dollar je Aktie, schließt aber auch ein noch niedrigeres Ergebnis nicht aus. Im vergangenen Geschäftsjahr brach der Gewinn um 53 Prozent auf 316 Millionen Dollar ein. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 10,38 Milliarden Dollar.

Mit seinen Quartalszahlen verfehlte Starbucks die Schätzungen der Experten. Vor Sonderposten verdiente die Kaffeehauskette 0,10 Dollar, die Analysten hatten mit 0,13 US-Dollar gerechnet. Die Aktie fiel in einer ersten nachbörslichen Reaktion deutlich. Im Tagesverlauf hatte sie zuvor bereits 3,3 Prozent auf 10,20 Dollar. Seit Jahresbeginn büßte der Konzern rund die Hälfte seines Börsenwerts ein.

dpa

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