Starbucks sieht rot: Verlust durch Schließung von Filialen

Seattle - Die weltgrößte Kaffeehauskette Starbucks ist wegen Kosten für den Konzernumbau erstmals in die roten Zahlen gerutscht. Das Minus lag im dritten Geschäftsquartal bei knapp 7 Millionen Dollar nach einem Plus von 158 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Der Umsatz stieg dagegen um gut neun Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar (1,7 Mrd Euro). Während das internationale Geschäft deutlich zulegte, schwächelt Starbucks auf dem Heimatmarkt weiter. Der Konzern reduzierte am Mittwochabend erneut seine Gewinnerwartung für das laufende Jahr und plant nochmals weniger neue Filialen als bisher.Starbucks war angesichts sinkender Gewinne und einer zuletzt zu schnellen Expansion massiv auf die Bremse getreten. Für die Schließung von Filialen und einen Stellenabbau vor allem in den USA gab Starbucks von April bis Juni 168 Millionen Dollar aus. Diese Kosten herausgerechnet lag die Kaffeehauskette mit ihren Zahlen nur knapp unter den Erwartungen der Experten. Weltweit betreibt der Konzern rund 16 000 Filialen, davon zuletzt mehr als 10 000 in den USA und rund 120 in Deutschland.

Der erst zu Jahresbeginn wegen der Krise an die Konzernspitze zurückgekehrte Mitgründer Howard Schultz verschärft den Sparkurs weiter: Die Zahl der US-Filialen soll im nächsten Jahr nun erstmals um 60 sinken statt wie zuletzt geplant um mehrere hundert steigen. Weltweit sollen 900 Läden hinzukommen und damit 150 weniger als zuletzt angepeilt. Bisher hatte Starbucks das Aus für insgesamt 600 US-Läden angekündigt, 1000 Stellen wurden bereits gestrichen. Rund 12 000 Beschäftigte - sieben Prozent der Belegschaft - fürchten um ihren Job, einige sollen in anderen Filialen weiter arbeiten können.

Durch den Sparkurs erwartet Starbucks im Geschäftsjahr 2009 Einsparungen von bis zu 210 Millionen Dollar und einen deutlichen Gewinnschub. Diese Aussicht gab der Aktie nachbörslich Auftrieb. Für das laufende Geschäftsjahr (30.9.) rechnet der Konzern aber lediglich noch mit einem Gewinn je Aktie von etwa 0,75 Dollar statt knapp 0,87 Dollar. Der Umsatz soll um 11 statt um bis zu 14 Prozent steigen.

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