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Russlands Währung ist weiter auf Erholungskurs. Foto: Jens Büttner

Die Renaissance des Rubel

Nach einem tiefen Sturz erholt sich die russische Währung derzeit. Experten aber warnen: Ein zu starker Rubel könnte den Export des Landes beeinträchtigen. Und ungeachtet der Erholung steht das Riesenreich vor einer Rezession.

Moskau (dpa) - Nach monatelangem Tiefstand hat der russische Rubel seinen starken Erholungskurs fortgesetzt und ist auf ein Jahreshoch geklettert. Für einen Euro mussten am Vormittag etwas mehr als 54 Rubel gezahlt werden. Ein Dollar kostete rund 51 Rubel.

Zur US-Währung stand der Rubel so hoch im Kurs wie seit Ende Dezember nicht mehr, zum Euro wurde ein halbjähriger Höchststand erreicht.

Experten erklärten die Erholung damit, dass sich der Konflikt in der Ostukraine zumindest nicht weiter verschlechtert hat. Zudem muss Russland zurzeit keine Verschärfung der vom Westen auferlegten Sanktionen fürchten, die die Wirtschaft des Landes belasten und die Inflation nach oben treiben.

Entlastung erfährt Russland auch durch die Stabilisierung am Ölmarkt: Nach einem Einbruch von mehr als 50 Prozent seit vergangenem Sommer legten die Rohölpreise leicht zu. Rohöl und Gas sind Russlands mit Abstand wichtigste Ausfuhrgüter.

Regierungschef Dmitri Medwedew bezeichnete den verbesserten Rubelkurs als Hoffnungszeichen für einen nötigen Aufschwung. Eine übermäßige Stärkung der Währung sei aber nicht erwünscht. "Dadurch würden unsere Exportmöglichkeiten beeinträchtigt", betonte er. Ähnlich sieht es der Analyst Sergej Koslowski. "Der Rubel hat durchaus Wachstumspotenzial, aber das möchte wohl auch die Zentralbank nicht: Ein übermäßig starker Rubel ist für Russlands Wirtschaft gefährlich", sagte er.

Seit Anfang Februar hat der Rubel zu Dollar und Euro etwa 30 Prozent gewonnen. Das ist das stärkste Plus unter den weltweit größten Währungen. Die Erholung folgt auf einen heftigen Einbruch, ausgelöst durch die Ukraine-Krise und den Verfall der Ölpreise. 152 Milliarden US-Dollar (143 Milliarden Euro) flossen 2014 aus Russland ab. Mitte Dezember befand sich der Rubel im freien Fall. Die Notenbank sah sich zu massiven Zinserhöhungen und Devisenverkäufen gezwungen.

Vize-Finanzminister Alexej Moissejew sagte vor kurzem, die Kursschwankungen seien mit dem Übergang zum freien Rubelhandel ohne Unterstützung von Seiten der Zentralbank verbunden gewesen. Diese Phase sei nun vorbei, und der Rubel stabilisiere sich. "Es ist wie oft eine Kombination aus inneren und äußeren Faktoren", sagte der Wirtschaftswissenschaftler Jewgeni Gontmacher der Zeitung "Moskowski Komsomolez". Die jetzige Stärkung führe aber vermutlich nicht zu einer Eindämmung der Inflation. "Die Inflation bleibt wohl etwa auf dem Niveau des Vorjahres, das heißt mindestens elf Prozent."

Dass der Rubel seinen Verlust zeitnah komplett wettmacht, gilt als unrealistisch: Russland steht vor einer Rezession. Allerdings schätzt Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew, dass ein US-Dollar in den kommenden Jahren stabil etwa 52 bis 53 Rubel kosten werde.

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