Starke Konjunktur treibt Immobilienpreise hoch

"Marktspiegel für Bayern": - München - Der Wirtschaftsaufschwung hat die Preise auf Oberbayerns Wohnimmobilienmarkt nach oben schnellen lassen. Ob Einfamilienhäuser, Reihenhäuser oder Eigentumswohnungen - bei fast allen Objektarten mussten Käufer mehr bezahlen als noch vor einem Jahr, geht aus dem neuen "Marktspiegel für Bayern" von LBS und Sparkassen hervor.

"Nach einer langen Phase der Stagnation tut sich wieder etwas auf dem Immobilienmarkt", bilanzierte Franz Wirnhier, Sprecher der Geschäftsleitung der Bayerischen Landesbausparkasse (LBS).

Im Durchschnitt lagen die Preise für Häuser und Wohnungen, die von Maklern der LBS sowie der Sparkassen in Bayern verkauft wurden, bei den meisten Objekt-arten rund zehn Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Doch die regionalen Unterschiede sind enorm und nehmen weiter zu, wie Oliver Gerstner, Geschäftsführer des Immoblilienvermittlers Sparkassen-Immo, erklärte: "In den wirtschaftlich starken Ballungsräumen ist die Preisentwicklung dynamisch, während in strukturschwachen Regionen zum Teil noch Preisabschläge hinzunehmen sind."

Da Oberbayern vor wirtschaftlicher Stärke strotzt, liegen hier auch die Preise für Wohnungen und Häuser hoch. Zwar kann es - je nach Objekt und Lage - zu großen Unterschieden bei den Preisen kommen, doch zeigen sich gewisse Tendenzen (siehe auch Tabelle): Ein gebrauchtes Einfamilienhaus in bevorzugter Lage sei in den Landkreisen München, Garmisch-Partenkirchen und Miesbach praktisch nicht unter einer halben Million Euro zu haben, heißt es in dem Bericht.

Gebrauchte Doppelhaushälften kosten demnach etwa in den Landkreisen München und Starnberg mindestens 400000 Euro, in der Stadt München mindestens eine halbe Million. Bei gebrauchten Eigentumswohnungen liege der Quadratmeterpreis in den Kreisen München, Starnberg, Garmisch-Partenkirchen und Miesbach zwischen 2000 und 3200 Euro. Bei 75 Quadratmetern Wohnfläche seien hier also zwischen 150000 und 240000 Euro zu investieren.

"Angebot und Nachfrage werden von Eigennutzern bestimmt", erklärte Gerstner. Der großen Nachfrage stehe ein deutlich geringeres Angebot gegenüber. Denn der Wohnungsneubau sei "dürftig". Laut Studien müssten in Bayern jedes Jahr 55000 neue Wohnung entstehen, da die Menschen immer mehr Wohnraum für sich beanspruchen. Zudem gibt es - gerade in Oberbayern - starken Zuzug. Doch seit Jahren werde diese Marke verfehlt. Rein rechnerisch sei so in den letzten sechs Jahren eine Lücke von 40000 Wohnungen entstanden. Deshalb sei auch heuer damit zu rechnen, dass sich der positive Trend auf dem Markt für Wohnimmobilien fortsetze.

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