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Die exportstarke deutsche Wirtschaft profitiert von der weltweiten Konjunkturerholung, die die Nachfrage nach "Made in Germany" anheizt. Foto: Jan Woitas

Hoher Euro-Kurs schadet nicht

Starker November für Exporte: Weiteres Rekordjahr in Sicht

Deutschlands Exporteure legen einen unerwartet kräftigen Jahresendspurt hin. Die weltweite Konjunkturerholung treibt die Nachfrage nach "Made in Germany" an. Und es gibt weitere gute Nachrichten.

Wiesbaden (dpa) - Deutschlands Exportwirtschaft steuert trotz des starken Euro auf das vierten Rekordjahr in Folge zu. Die Ausfuhren stiegen im November im Vergleich zum Vorjahr kräftig um 8,2 Prozent auf 116,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte.

Binnen Monatsfrist legten die Exporte um 4,1 Prozent zu. Das ist das stärkste Plus seit Dezember 2014 und mehr als von Analysten erwartet. Die exportstarke deutsche Wirtschaft profitiert von der weltweiten Konjunkturerholung, die die Nachfrage nach "Made in Germany" anheizt.

In den ersten elf Monaten wurden Maschinen, Autos und andere Waren im Wert von 1,18 Billionen Euro ausgeführt (plus 6,5 Prozent). Im Gesamtjahr 2016 hatten die Exportunternehmen mit 1,21 Billionen Euro den dritten Rekord in Folge erzielt. Der Außenhandelsverband BGA hatte zuletzt mit Rekorden im vergangenen und in diesem Jahr gerechnet.

"Das Erstarken des Euro-Kurses seit April 2017 hat den deutschen Exportsektor nicht beeinträchtigt", konstatierte ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. Waren "Made in Germany" seien in vielen Ländern gefragt. Die geografische Vielfalt scheine der Schlüssel zum Erfolg zu sein.

Wichtigste Region für die deutschen Exporteure ist die Europäische Union. Trotz der Euro-Stärke zogen in den ersten elf Monaten aber auch die Ausfuhren in Länder außerhalb der Gemeinschaft an. Steigt die Gemeinschaftswährung gegenüber Dollar und Co. verteuern sich tendenziell Waren "Made in Germany" außerhalb des Euroraumes. Das kann die Nachfrage dämpfen.

Wichtigster Einzelmarkt für Waren aus Deutschland sind Brzeski zufolge weiterhin die USA, trotz der Kritik von US-Präsident Donald Trump an den Überschüssen Deutschlands im Handel mit den Vereinigten Staaten.

Deutschland exportiert insgesamt seit Jahren mehr, als es importiert. Das sorgt bei auch bei anderen Handelspartnern immer wieder für Kritik. Der Überschuss der Ausfuhren über die Einfuhren betrug im November 23,7 Milliarden Euro.

Die Importe stiegen allerdings ebenfalls kräftig um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. In den ersten elf Monaten gab es ein Plus von 8,6 Prozent auf 951,8 Milliarden Euro.

Die deutsche Wirtschaft überzeugte im November auch mit starken Zahlen aus der Industrie. Das verarbeitende Gewerbe weitete seine Produktion aus - um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. "Die Produktion hat sich nach einer zweimonatigen Schwächephase eindrucksvoll zurückgemeldet", sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar. "Am Konjunkturhimmel in Deutschland ist derzeit kaum eine Wolke zu erkennen."

Zahlreiche Bank-Ökonomen und Wirtschaftsforschungsinstitute hatten zuletzt ihre Konjunkturprognosen nach oben korrigiert. Ein erste Schätzung, wie stark die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr gewachsen ist, gibt das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag bekannt.

Mitteilung Bundesamt Außenhandel

Mitteilung Bundesamt Produktion

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