Start ins Berufsleben: Wie sich Azubis richtig versichern

- In diesen Wochen ist es wieder so weit: Viele junge Menschen treten eine Lehre an und starten somit ins Berufsleben. Verlockend ist das erste Gehalt, lästig die aufkommende Frage nach den richtigen Versicherungen. Unsere Zeitung zeigt, welchen Schutz der Azubi braucht.

<P>Krankheit</P><P>Eine Krankenversicherung muss in Deutschland jeder haben. Dabei sind Jugendliche während der Schulzeit über ihre Eltern versichert. Beginnen sie eine Ausbildung, müssen sie jedoch bis 14 Tage nach Arbeitsantritt Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden. Verstreicht diese Frist, meldet der Arbeitgeber seinen Lehrling automatisch dort an, wo er zuletzt versichert war.</P><P>"Weil Auszubildende meist wenig Geld haben, sollte eine möglichst günstige Krankenkasse gewählt werden", rät der Bund der Versicherten (BdV). Viel falsch machen können sie damit nicht, da die wesentlichen Leistungen identisch sind. Zudem kann jeder Versicherte, sollte er unzufrieden sein, nach 18 Monaten die Kasse wieder wechseln. Als günstige Anbieter empfiehlt die Verbraucherzentrale (VBZ) Bayern die BKK SKF (12,6 %), die BKK ATU (12,9 %) und die IKK-Direkkt (12,9 %).</P><P>Haftpflicht</P><P>Die private Haftpflichtversicherung gilt als wichtigste freiwillige Versicherung. Sie schützt vor Forderungen, wenn man einem Dritten Schaden zugefügt hat. Azubis, die noch keine Ausbildung absolviert haben, dürfen während der ersten Lehre meist den Schutz der Eltern genießen - vorausgesetzt, die sind haftpflichtversichert. Ansonsten ist eine eigene Police anzuraten, die laut Thorsten Rudnik vom BdV "nicht mehr als 60 Euro im Jahr kosten sollte". Bei der Grundeigentümer Versicherung, dem Gerling-Konzern und der Schwäbischen Allgemeinen lohnt es sich laut der VBZ, Angebote einzuholen.<BR><BR>Berufsunfähigkeit</P><P>"Nach der Haftpflicht ist die Berufsunfähigkeitsversicherung die zweitwichtigste Versicherung", sagt Thorsten Rudnik. Das gilt auch für Azubis, denn: "Wer in der Ausbildung wegen Krankheit oder Unfall erwerbsgemindert wird, hat noch keinen Anspruch auf Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung", erklärt Hedwig Telkamp von der VBZ Bayern. Die BUV zahlt in der Regel, wenn der Versicherte zu mehr als 50 Prozent berufsunfähig ist, eine monatliche Rente in vereinbarter Höhe. Allerdings bekommen bei den meisten Versicherern nur gesunde Menschen ohne weiteres einen umfassenden Schutz. Dafür werden 30 bis 50 Euro monatlich fällig, schätzt BdV-Experte Rudnik. Bei einem Vergleich der Zeitschrift "Finanztest" (8/2004) schnitten unter anderem die Axa, die Deutsche Ärzte Versicherung und die Huk-Coburg mit "Sehr Gut" ab.<BR><BR>Unfall</P><P>Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Azubis nur am Arbeitsplatz und auf dem Weg zur Arbeit. Risiken aus Unfällen in der Freizeit deckt sie nicht. Gegen eine mögliche Invalidität schützt nur eine private Unfallversicherung - oder eine BUV. Da die BUV aber auch gegen Berufsunfähigkeit nach Krankheit schützt, ist sie gegenüber der Unfallversicherung vorzuziehen. Nur Azubis, denen eine BUV zu teuer ist oder die keine bekommen, empfiehlt der BdV eine Unfallversicherung. Sie kostet rund zehn Euro im Monat. Die VBZ empfiehlt die Baden-Badener Versicherungs-AG, die Dialog Versicherungs AG und die Haftpflichtkasse Darmstadt.<BR><BR>Hausrat</P><P>Wenn Azubis während der Lehre zu Hause wohnen bleiben, ist ihr Hausrat bei den Eltern mitversichert. Das gilt auch, wenn sie vorübergehend in einem Wohnheim leben müssen. Erst wenn sie in eine eigene Wohnung ziehen, wird eine Hausratversicherung relevant, die unter anderem gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Einbruch schützt. Je nach Wohnort werden 20 bis 40 Euro pro Jahr fällig, die dann investiert werden sollten, wenn der Azubi teuere Wertgegenstände wie Computer, Stereoanlage, Fernseher etc. sein Eigen nennt.<BR></P>

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