USA starten Kampagne gegen Geschäfte mit Iran

- Singapur - Nach den bislang erfolglosen Bemühungen um UN- Sanktionen gegen den Iran haben die USA eine Kampagne gegen Geschäfte mit iranischen Unternehmen und Banken gestartet. Viele davon seien in Terrorfinanzierung und Weiterverbreitung von Atomtechnologie verwickelt, sagte US-Finanzminister Henry Paulson. Er fordere zwar keinen Boykott, sagte er nach dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrieländer (G7) in Singapur, aber: "Wir müssen achtsam sein."

Das US- Finanzministerium hat nach einem Bericht des "Wall Street Journal" bereits Experten nach Berlin und in andere Hauptstädte in Europa und am Persischen Golf entsandt, um seiner Ansicht nach dubiose Verbindungen iranischer Firmen und Banken aufzuzeigen. Die Amerikaner hofften, dass diese Länder dann selbst Maßnahmen ergreifen. Viele Länder seien sich der wahren Geschäfte mancher iranischer Firmen nicht bewusst, sagte Paulson.

Die G7 befassten sich auch mit dem Thema. "Wir haben uns geeinigt, unsere Anstrengungen im Kampf gegen die Geldwäsche... und Terrorfinanzierung... zu verstärken", hieß es in ihrer Abschlusserklärung. Die USA hatten eine der größten iranischen Banken, BankSaderat, vor kurzem auf die Liste der Institutionen gesetzt, die nach US-Erkenntnissen Terroroperationen finanzieren helfen. Damit dürfen US-Unternehmen und Banken nicht mehr mit der Bank zusammenarbeiten. Zur Begründung hieß es, durch Kanäle der Bank seien unter anderem der extremistischen Hisbollah-Miliz 200 Millionen Dollar zugeflossen.

Der iranische Notenbank-Chef Ebrahim Sheibany hatte den USA daraufhin in einem Zeitungsinterview gedroht, einen Teil der iranischen Währungsreserven aus dem Dollar abzuziehen und in den Euro umzuschichten. Dies könnte den Dollar schwächen und zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führen. Iran ist der zweitgrößter Öllieferant der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec).

Nach Auffassung von Bundesbank-Präsident Axel Weber sollte dies jedoch keine Unruhe auslösen. "Man sollte dem wirklich gelassen entgegensehen, was es hier an Diskussionen gibt", sagte Weber am Rande der IWF-Tagung. Schwellenländer setzten neben dem US-Dollar auch auf den Euro als internationale Reservewährung. Dies sei auch ein Zeichen dafür, dass der Euro sowohl im internationalen Handel als auch an den Finanzmärkten eine zunehmende Rolle spiele.

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