So starten Sie gut in den Urlaub

München - Heute Mittag beginnen die Sommerferien und damit schwappt die alljährliche Reisewelle übers Land. Dabei sorgt der Lufthansa-Streik für zusätzliches Chaos. Wir erklären, was Sie beachten sollten, damit Sie gut in den Urlaub starten.

Flugzeug

Wie groß das Chaos am ersten Ferienwochenende am Münchner Flughafen werden wird, kann derzeit noch niemand vorhersagen. Man rechne damit, dass über 90 Prozent der Lufthansa-Flüge planmäßig starten, sagte ein Sprecher gestern auf Nachfrage. Der Luftfahrt-Konzern hat einen Sonderflugplan zusammengestellt, aber auch der kann sich kurzfristig ändern. Urlauber, die bei Lufthansa gebucht haben, sollten sich daher unbedingt selbst über den aktuellen Stand informieren (siehe Kasten).

Fällt ein Flieger streikbedingt aus, können Passagiere auf innerdeutschen Flügen ihr Ticket als Bahnfahrkarte nutzen. Wer ein elektronisches Ticket hat, muss sich einen Gutschein am Flughafenschalter besorgen oder kauft sich eine Bahnfahrkarte und reicht diese später zusammen mit einem Nachweis der Flugbuchung bei der Lufthansa ein - dann wird der Fahrpreis für die Bahn erstattet.

Bei Verspätungen hat der Passagier nach Angaben der Stiftung Warentest Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit, auf zwei Telefonate, Faxe oder E-Mails. Als Verspätung gelten zwei Stunden bei Flügen bis 1500 Kilometer, drei Stunden zwischen 1500 und 3500 Kilometern, und vier Stunden bei über 3500 Kilometern. Bei mehr als fünf Stunden könne der Fluggast zusätzlich Preiserstattung verlangen. Diese Leistungen müsse die Fluggesellschaft selbst dann erbringen, wenn sie für die Verspätung nichts könne.

Zug

Mit dem Zug gemütlich Richtung Urlaubsort rollen, das ist in diesem Sommer ganz ohne Streikgefahr möglich. Wer ohne Ballast reisen möchte, kann sein Gepäck schon vorab auf die Reise schicken. Dazu brauchen Bahnfahrer ein Kuriergepäck-Ticket, das es zusammen mit der Fahrkarte zu kaufen gibt. Der Gepäckversand kann aber auch telefonisch beauftragt werden unter 0 900/ 13 11 211 (60 Cent/Min.). Bei Vorab-Buchung kosten die ersten zwei Normal-Gepäckstücke je 15,90 Euro, das dritte und vierte je 9,90 Euro. Unter normal versteht die Bahn ein Gewicht von maximal 30 Kilo und eine Länge von 1,50 Meter. Urlauber können aber auch das Surfbrett, den Kinderwagen oder Krankenfahrstühle als Sondergepäck für 24,90 Euro aufgeben. Der Kurierservice liefert "an jede Adresse innerhalb Deutschlands, auch auf Inseln und in einige europäische Nachbarländer" und das in der Regel binnen zwei bis drei Werktagen.

Wer einen Kombi-Urlaub Bahn & Bike plant, kann sein Fahrrad im Zug mitnehmen. Allerdings braucht der Drahtesel eine eigene Fahrkarte und für Fernzüge ist eine Stellplatzreservierung erforderlich. Für die grenzüberschreitende Fahrradmitnahme braucht es außerdem eine internationale Fahrradkarte für 10 Euro. Die Deutsche Bahn hat dazu eine Fahrrad-Hotline eingerichtet: 0 180 5/15 14 15 (12 Cent/Min.).

Auto

"Auf keinen Fall am Samstag starten" - das ist die dringende Empfehlung des ADAC für alle Sommerfrischler, die mit dem Auto in den Urlaub fahren. Am besten eigne sich der Mittwoch. An diesem Tag sei der Verkehr auf den Straßen am ruhigsten.

Etwas entspannter könnte es in den nächsten Wochen auch an den Tankstellen werden - zumindest finanziell gesehen. Der sinkende Ölpreis lässt die Marke von 1,30 Euro pro Liter Benzin wieder in greifbare Nähe rücken, schätzen Marktexperten.

Teuer kann es allerdings für diejenigen werden, die sich auf der Urlaubsfahrt nicht an die jeweiligen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.

sba

Lufthansa-Streik

Am Münchner Flughafen mussten gestern 16 Lufthansa-Flüge ausfallen ­ neben innerdeutschen Verbindungen auch ein Flug nach London und einer nach Washington. "Mit dieser Anzahl rechnen wir auch in den kommenden Tagen", sagte ein Flughafen-Sprecher. Zwar kündigten die Gewerkschaft Verdi und der Lufthansa-Konzern während des gestrigen vierten Streiktages an, "informelle Gespräche" zu führen, aber gestreikt wird weiter. Nach einem Sonderflugplan der Lufthansa fallen bis einschließlich Montag täglich 128 Flüge aus, davon 28 auf der Langstrecke. Welche das genau sind, könne sich auch kurzfristig ändern, erklärte ein Sprecher. Zu unklar, zu unvorhersehbar ist die Streikmacht des Kabinen- und Bodenpersonals.

Aktuelle Informationen gibt es im Internet unter: www.lufthansa.com oder www.checkmytrip.com oder unter der kostenlosen Hotline 0 800/850 60 70

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