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Die Übernahme des Sportwagennherstellers Porsche will Volkswagen mit einer milliardensschweren Kapitalerhöhung finanzieren.

VW startet milliardenschwere Kapitalerhöhung

Wolfsburg - Der Autobauer Volkswagen hat seine seit langem geplante milliardenschwere Kapitalerhöhung gestartet. Mit dem frischen Geld soll die schrittweise Übernahme des Sportwagenbauers Porsche finanziert werden.

Wie VW am Dienstag mitteilte, sollen bis zu 65 Millionen neue, stimmrechtslose Vorzugsaktien ausgegeben werden. Dies entspricht einem Volumen von mehr als vier Milliarden Euro. Nach VW-Angaben soll die Bezugsfrist für die neuen Aktien voraussichtlich bis zum 13. April laufen. An der Börse fiel die im Leitindex Dax notierte VW-Vorzugsaktie um mehr als sechs Prozent auf rund 68,60 Euro.

Volkswagen hatte im vergangenen Jahr einen erbitterten Übernahme- Machtkampf mit Porsche für sich entschieden. Der Stuttgarter Sportwagenbauer soll im Laufe des Jahres 2011 als zehnte Marke in den Konzern integriert werden. Ende 2009 hatte Volkswagen für rund 3,9 Milliarden Euro knapp die Hälfte des Sportwagengeschäfts von Porsche gekauft.

Konzernchef Martin Winterkorn sagte: “Wir sind und bleiben finanziell sehr solide aufgestellt.“ Dies werde maßgeblich dazu beitragen, dass VW bis zum Jahr 2018 der “ökonomisch und ökologisch führende Automobilkonzern weltweit“ werde. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch sagte, VW schaffe mit der Kapitalerhöhung eine wichtige Voraussetzung für eine weiterhin gesunde Finanzierungsstruktur. Die im Leitindex Dax notierte VW-Vorzugsaktie fiel um mehr als sieben Prozent auf rund 67,75 Euro. Analysten sagten, vor allem die angekündigte Zahl der neuen Aktien wirke belastend. Zudem wurde kritisiert, es gebe eine geringe Transparenz.

Die Kapitalerhöhung fällt niedriger aus als möglich. Dadurch wird der Aktienbesitz der Aktionäre nicht zu stark verwässert. Vor zwei Wochen hatte die VW-Spitze angekündigt, neben einer Kapitalerhöhung auch auf andere Finanzinstrumente zu setzen. Dazu gehört die Ausgabe von Options- beziehungsweise Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu fünf Milliarden Euro. Dafür will sich VW bei der nächsten Hauptversammlung am 22. April die Zustimmung seiner Aktionäre holen.

Spekulationen zufolge könnte Volkswagen das frische Geld auch dazu nutzen, um eine seit langem angestrebte Lkw-Allianz mit MAN und Scania unter dem Dach des VW-Konzerns zu schmieden. In der Branche gilt als sicher, dass VW seinen 30-Prozent-Anteil an MAN aufstocken will, um die Kontrolle über die Münchner zu bekommen. Den schwedischen Lastwagenbauer Scania hatte VW bereits übernommen. Bei Porsche ist ebenfalls eine Kapitalerhöhung geplant, um die hohen Schulden in den Griff zu bekommen. Die für das erste Halbjahr 2011 geplante Maßnahme soll mehr als fünf Milliarden Euro umfassen. Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von VW finanziell übernommen und einen Schuldenberg von 11,4 Milliarden Euro angehäuft. Ende Januar standen die Stuttgarter bei ihren Geldgebern noch mit 6,1 Milliarden Euro in der Kreide. Vor allem der Verkauf von knapp der Hälfte des Autogeschäfts an VW hatte die Verbindlichkeiten reduziert. dpa

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