TUI startet optimistisch ins Jahr

Hannover - Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI startet trotz höherer Verluste im ersten Quartal zuversichtlich ins Jahr und erwartet in beiden Sparten weiteres Wachstum und bessere Erträge.

In den ersten drei Monaten musste der Konzern unter dem Strich einen Fehlbetrag von 278,1 Millionen Euro verbuchen, nach 105 Millionen im Vorjahresquartal. Als Gründe nannte das Unternehmen am Donnerstag in Hannover 69 Millionen Euro Integrationskosten bei der Tochter TUI Travel, die im vorigen Jahr aus der Fusion der TUI-Touristik mit dem britischen Reiseanbieter First Choice entstanden war. Zudem seien Gewinne aus Beteiligungsverkäufen im Vorjahr von insgesamt 196 Millionen zu berücksichtigen.

Das operative Ergebnis (EBITA) verbesserte sich um 21 Prozent auf ein saisonbedingtes Minus von 196 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg - auch wegen First Choice - um 24,3 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. In der Branche werden zu Jahresbeginn oft rote Zahlen geschrieben, weil dann die Kosten für den Einkauf der Reisen anfallen, die vor allem im Sommer verkauft werden.

Neben den Restrukturierungsmaßnahmen der Vorjahre habe zuletzt auch eine starke Nachfrage nach Reisen zur günstigen Entwicklung beigetragen, berichtete die TUI. Die Verknappung des Angebots im Bereich Pauschalreisen habe zu besserer Auslastung und Rendite geführt. Für die Wintersaison 2007/2008 lagen die gebuchten Umsätze bei einer gleichhohen Gästezahl wie im Vorjahr um 5 Prozent über dem Vergleichswert. Für die Sommersaison 2008 gebe es bisher ein Umsatzplus von vier Prozent, die Gästezahl erreiche Vorjahresniveau.

Die nach dem Beschluss zur Trennung von der Containerschifffahrt jetzt als "aufgegebener Geschäftsbereich" geführte Sparte steigerte den Umsatz um 1,9 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag wieder mit 18 Millionen Euro im Plus, nach einem Verlust von 36 Millionen Euro im Vorjahr. Im Schnitt hätten die Frachtraten um 14 Prozent über Vorjahresniveau gelegen, hieß es. Allerdings habe der schwache US-Dollar die Entwicklung in gleichem Umfang belastet. Risiken lägen vor allem in Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf den Welthandel. Dennoch sei 2008 eine deutliche Steigerung des Ertragsniveaus zu erwarten. Der Bereich Kreuzfahrten, der bislang in der Sparte Schifffahrt geführt wurde, bleibt auch künftig im TUI Konzern und wird in der Touristiksparte ausgewiesen.

Die Reisesparte mit den drei Säulen TUI Travel, Hotels und Kreuzfahrten erzielte im ersten Quartal 3,6 Milliarden Euro Umsatz (plus 37,2 Prozent). Ohne die im Vorjahr noch nicht enthaltenen Anteile von First Choice legte der Umsatz um 2,3 Prozent zu. Für das operative Ergebnis der Touristik ergab sich ein Anstieg um 2,6 Prozent auf ein saisonal übliches Minus von 221 Millionen Euro. TUI Hotels & Resorts konnte den Umsatz um 11,5 Prozent auf 93,9 Millionen Euro steigern, wobei die Zahl der Übernachtungen stieg, aber der durchschnittliche Erlös pro Bett vor allem wegen des schwachen US- Dollars leicht abnahm. Das operative Ergebnis ging um 18,8 Prozent auf 13 Millionen Euro zurück. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten konnten den Umsatz um 16,2 Prozent auf 58 Millionen Euro und das Ergebnis auf 6 Millionen Euro verdoppeln.

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