Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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VW startet Sanierungsplan

- Wolfsburg - Trotz eines überraschend kräftigen Gewinnsprungs will die VW-Führung in den deutschen Werken nochmals rigoros den Rotstift ansetzen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder kündigte ein tief greifendes Umstrukturierungsprogramm für die Kernmarke VW an, von dem bis zu 20 000 Mitarbeiter betroffen sein können. Es gehe aber "nicht darum, 20 000 Leute abzubauen", sagte er. Man wolle jedoch die Produktivität an den traditionellen Standorten "auf das internationale Maß bringen".

Zugleich verkündete er die vorläufigen Bilanzzahlen für 2005 mit einem Anstieg des Gewinns nach Steuern um 60,7 Prozent auf 1,12 Milliarden. Als Hauptgrund für das verbesserte Ergebnis nannte er das bereits im vergangenen Jahr in Angriff genommene Sparprogramm ForMotion. Die Börse reagierte mit einem Kurssprung der VW-Aktie von 8,5 Prozent.

Im Vergleich zu anderen Konzernstandorten würden die traditionellen deutschen VW-Standorte "durchaus sehr hohe Verluste erwirtschaften", betonte der VW-Chef. Die Exporte aus den deutschen VW-Werken auf die internationalen Märkte seien "nach wie vor nicht profitabel". Die Konzernmarke Volkswagen habe deswegen insgesamt ihr Ergebnis im vergangenen Jahr nur leicht verbessert und bewege sich immer noch "in der Größenordnung der Null-Linie". Die Zukunft der Arbeitsplätze in den traditionellen deutschen VW-Werken hänge von deren Exportfähigkeit ab.

Es sei "zwingend notwendig, ein Restrukturierungsprogramm auf die Bahn zu bringen", sagte der VW-Chef weiter. Ziel sei das Erreichen wettbewerbsfähiger Arbeitskosten und die volle Auslastung der Werke durch Kapazitätsanpassung. Insbesondere in den Fahrzeugmontagewerken wolle man Produktivitätsdefizite beseitigen.

Verbessern will Pischetsrieder auch die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte, die in Deutschland Fahrzeugkomponenten fertigen. Dabei sei nicht geplant, Komponentenstandorte zu schließen, betonte der Konzernchef. Auch der konkrete Verkauf von Komponentenbereichen sei nicht geplant. Es gehe "darum festzustellen, welche Standorte mit welchen Maßnahmen wettbewerbsfähig zu machen sind".

Zu konkreten Einzelmaßnahmen wollte sich der VW-Chef nicht äußern. Dies werde er zunächst mit dem Tarifpartner IG Metall und dem Betriebsrat besprechen, sagte er. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Pischetsrieder aus. "Wir haben einen Tarifvertrag, und es ist nicht beabsichtigt, den zu kündigen. Und unser Tarifvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen aus", betonte er. In dem Tarifvertrag aus dem Jahr 2004 hatten VW und IG Metall bis Ende 2011 ein Beschäftigungsniveau von rund 103 000 Mitarbeitern in Westdeutschland vereinbart.

Das im Vorjahr in Angriff genommene Sparprogramm ForMotion hat nach Angaben des Unternehmens mit 3,5 Milliarden Euro zur Ergebnisverbesserung beigetragen. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen verbesserte sich 2005 um 54,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,1 Milliarden Euro. Der Absatz verbesserte sich um 3,2 Prozent auf 5,24 Millionen Fahrzeuge.

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