Startschuss für Bad Bank der Hypo Real Estate

München - Zwei Jahre nach dem knapp verhinderten Zusammenbruch lagert die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate einen Großteil ihrer Giftpapiere in eine Abwicklungsanstalt aus.

In der Nacht sollte die HRE Wertpapiere, Kredite und ganze Geschäftsbereiche im Volumen von rund 200 Milliarden Euro an die FMS Wertmanagement übertragen. Der genaue Wert der Transaktion wird erst nach dem Ende der Aktion feststehen, mit dem am Wochenende, voraussichtlich erst am Sonntag gerechnet wird. Um bei der Ausgliederung der Risikopapiere und nicht benötigten Geschäftsteile Liquiditätsengpässe zu vermeiden, hatte der Bankenrettungsfonds Soffin am 10. September sein Garantievolumen vorübergehend um 40 Milliarden auf nun 142 Milliarden Euro aufgestockt. Zudem benötigt die HRE ein Finanzpolster angesichts der angespannten Entwicklung auf den Finanzmärkten.

Nach Einschätzung von Finanzexperten dürfte die Aktion die größte Transaktion in der Geschichte des deutschen Bankwesens sein. Der Bund als Besitzer der HRE verteidigte das Vorgehen erneut gegen Kritik. “Alle Steuerzahler in Deutschland müssen wissen: Der Erfolg der Transaktion ist wichtig, um Schaden von der deutschen Volkswirtschaft abzuwenden“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Kampeter (CDU) am Donnerstag in Berlin. Erneute Forderungen der Opposition nach Abwicklung der HRE und Einstellung des Neugeschäfts wies Kampeter zurück. Es sei richtig gewesen, die Bank nicht abzuwickeln. Dies wäre für den Steuerzahler teurer geworden. “Es gibt keinen Anlass, von dieser Beurteilung abzurücken.“

Die Bundesregierung hofft darauf, dass die Sanierung der HRE durch die Auslagerung der Altlasten schneller voran kommt. Die Bad Bank mit dem Namen FMS Wertmanagement soll riskante Kredite und Wertpapiere der HRE möglichst wertschonend abwickeln. Eine Bad Bank (“schlechte Bank“) übernimmt von Krisen-Instituten risikobehaftete Vermögenswerte und Wertpapiere, die stark an Wert verloren haben. Die erste Bad Bank Deutschlands hatte im Frühjahr die WestLB gegründet, deren Volumen lag mit rund 85 Milliarden Euro aber deutlich unter dem der HRE. Mit Blick auf die Debatte über umstrittene Bonuszahlungen von insgesamt 25 Millionen Euro an HRE-Mitarbeiter zeigte sich Kampeter offen, im Zuge des neuen Restrukturierungsgesetzes zur Sanierung von Banken auch Boni-Vorgaben neu zu regeln. Dies hatten zuvor Politiker der Koalition im Finanzausschuss des Bundestages gefordert.

dpa

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