Inflation adé - Preise bleiben stabil

Wiesbaden - Experten in ganz Europa fürchteten eine große Inflation. Doch die Sorge ist offenbar unberechtigt: Im Juni lag die Teuerungsrate in Deutschland bei gerade mal 0,9 Prozent. Was das bedeutet:

Befürchtungen über eine galoppierende Geldentwertung infolge der Milliardenspritzen gegen die Finanzkrise bewahrheiten sich bisher nicht. Im Juni verlangsamte sich die Teuerung in Deutschland sogar wieder. Die Inflationsrate sank auf 0,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im Mai lag die Teuerung auf Jahressicht noch bei 1,2 Prozent, im April bei 1,0 Prozent. Das Bundesamt bestätigte damit seine vorläufige Schätzung von Ende Juni.

Nach Definition der Europäischen Zentralbank (EZB) herrscht weiterhin Preisstabilität. Diese ist nach der Vorgabe der Zentralbanker gewährleistet, wenn die Inflationsrate knapp unter 2 Prozent liegt. Im Juni waren erneut Energieprodukte die Preistreiber. Ohne sie hätte die Teuerungsrate bei 0,4 Prozent gelegen. Mineralölprodukte lagen mit einem Plus von 11,4 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau. Dabei wurde vor allem leichtes Heizöl mit plus 23,5 Prozent deutlich teurer. Kraftstoffe legten um 8,5 Prozent zu. Dagegen gingen die Preise für Gas (minus 8,9 Prozent) sowie für Zentralheizung und Fernwärme (minus 10,6 Prozent) zurück.

Butter mehr als ein Drittel teurer

Die Preise für Nahrungsmittel lagen im Juni 2010 um 1,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Deutlich teurer wurden nach den Angaben der Statistiker vor allem Speisefette und -öle mit einem Plus von 14,9 Prozent. Das sei in erster Linie auf die massive Verteuerung von Butter um 38,2 Prozent seit Juni 2009 zurückzuführen. Teurer wurden auch Gemüse (4,1 Prozent) sowie Fisch und Fischwaren (3,6 Prozent). Etwas günstiger waren im Jahresvergleich dagegen Süßwaren (minus 1,3 Prozent) sowie Brot- und Getreideerzeugnisse (minus 0,6 Prozent).

Die Preise für Waren erhöhten sich im Juni im Durchschnitt um 1,0 Prozent. Dienstleistungen wurden um 0,8 Prozent teurer, darunter Nettokaltmieten um 1,1 Prozent. Dagegen wurden Pauschalreisen um 1,5 Prozent billiger. Im Vergleich zum Mai 2010 blieb der Verbraucherpreisindex im Juni nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes nahezu stabil: er stieg um 0,1 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat waren vor allem saisonbedingt leichte Preiserhöhungen bei Pauschalreisen (0,7 Prozent) und Beherbergungsleistungen (2,8 Prozent) zu beobachten. Dagegen sanken die Preise für Bekleidung und Schuhe um 1,2 Prozent.

DAPD

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