OMV statt BP: Warum so viele Tankstellen neue Namen haben

- München - Umbruch im deutschen Tankstellenmarkt: Nachdem fusionsbedingt BP und Dea aus dem deutschen Straßenbild weitgehend verschwunden sind, wurde nun eine weitere angestammte Tankstellenmarke ausgeflaggt: Total, nach Fusionen mit Fina und Elf ein Mehr-Marken-Konzern, hat nun die Schilder an der letzten deutschen Elf-Tankstelle gegen Total ausgetauscht. Die Fina-Tankstellen wurden bereits vorher abgewickelt.

<P>Dabei setzen die Franzosen zum großen Sprung auf den Tiger an: Sie erreichten 2003 rund 9 % Marktanteil und liegen dicht hinter Esso (10 %). Die Strategie könnte aufgehen. Dass ein einheitlicher Marktauftritt zusätzliche Anteile erobern kann, haben 2003 die beiden Marktführer gezeigt: Aral - als nun einzige deutsche Marke des britischen BP-Konzerns - und Shell haben in einem insgesamt rückläufigen Kraftstoffmarkt ihre Anteile deutlich steigern können.<BR>Allerdings gelang dies nur zu einem sehr hohen Preis: Das Umflaggen auf Aral war teuer und hat der deutschen BP-Gruppe 2003 einen Verlust von 51,2 Millionen Euro eingebrockt (nach 1,9 Milliarden Überschuss im Vorjahr). Auch zwischen Marktführer und Zweitplatziertem ist es recht eng: Aral liegt mit 23 % knapp vor Shell (21 %).<BR><BR>OMV liegt in Bayern auf dem dritten Platz.</P><P>Den Kampf um die Spitze kämpfen beide mit der gleichen Strategie, die auch schon bei den Autoherstellern funktionierte: Premium-Kraftstoff. Der spürbar teurere und - darf man den Werbeaussagen trauen - bessere Sprit soll die kaufkräftigen Kunden an die jeweiligen Zapfsäulen locken: Shell hat mit V-Power vorgelegt. Aral zieht nun mit Ultimate 100 und Ultimate Diesel nach.<BR><BR>Von diesem Zweikampf setzt sich Esso merklich ab: Die Tankstellenmarke des US-Konzerns Exxon-Mobil will keine Kraftstoffe mit deutlich höheren Oktanzahlen auf den Markt bringen. Stattdessen setzt sie auf Gastronomie, mit ihrem neuen Shop- und Restaurant-Konzept mit dem Namen "On the Run". Dies wird derzeit im Großraum Frankfurt erprobt. <BR><BR>Doch auch in den hinteren Positionen bewegt sich etwas: So sieht man in Bayern immer häufiger Tankstellen der Marke OMV. Dabei half das Kartellamt nach, das den beiden größten Gesellschaften bei ihren Fusionen zur Auflage machte, sich von einem Teil ihrer Tankstellen zu trennen. Auf diesem Weg konnte OMV die Zahl seiner deutschen Tankstellen von 114 auf 390 steigern. Das ist zwar nicht viel angesichts der Giganten Aral (2603), Shell (2306) und Esso (1292) und auch weniger als Avia (751) und Agip (583), die ebenfalls von den Kartellamts-Auflagen profitierten. Doch da sich der Konzern aus Wien auf Süddeutschland konzentriert, entwickelt sich OMV hier zum gewohnten Bestandteil des Straßenbilds. In Bayern rangieren die Österreicher bereits hinter den beiden Großen auf Platz drei. Ein weiterer Ausbau wird in Wien bereits geplant.<BR><BR>Ein vergleichbares Bild ergibt sich im Norden der Republik. Dort hat der polnische Konzern Orlen derzeit 10 % Marktanteil im Visier. Ihm ermöglichte der Zuschlag für 500 Tankstellen, von denen sich die Großen trennen mussten, den Markteintritt in Deutschland. Dabei setzen die Polen als einzige große Tankstellenkette in Deutschland auf eine Mehr-Marken-Strategie. 130 Tankstellen firmieren unter dem Konzernnamen Orlen, 330 unter der Billigmarke "Star". Weitere 40 Stationen stehen an den Filialen von zwei großen Supermarktketten. In diesem Jahr will Orlen noch 30 weitere Tankstellen eröffnen.<BR></P><P> </P><P> </P>

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