+
Dyson hatte argumentiert, die derzeitige Regelung führe Verbraucher in die Irre. Foto: Tobias Hase/Aymbolbild

Staubsauger-Streit: Testgeräte mit leerem Beutel erlaubt

Wer einen Staubsauger neu kauft, kann es kaum übersehen: das Etikett für die Energie-Effizienz mit den farbigen Balken von rot bis grün. Die Firma Dyson meint, das führe Verbraucher in die Irre - allerdings haben auch die Briten etwas zu verlieren.

Luxemburg (dpa) - Die Energie-Effizienz von Staubsaugern wird auch weiterhin für Geräte mit leerem Beutel berechnet. Das EU-Gericht in Luxemburg wies am Mittwoch eine Klage der Firma Dyson ab (Rechtssache T-544/13).

Der britische Hersteller hatte argumentiert, die derzeitige Regelung führe Verbraucher in die Irre. Für das EU-Energie-Etikett würden derzeit Saugleistung und Energieverbrauch nur bei Geräten mit leerem Beutel getestet.

Dyson fühlt sich unfair behandelt: Die Firma wirbt mit Staubsaugern "ohne Saugkraftverlust", selbst mit vollem Auffangbehälter. "Wichtig in Bezug auf den Klimaschutz ist der tatsächliche Energieverbrauch eines Geräts und nicht ein fiktiver Wert, der nur im Labor erzielt wird", heißt es in einer Stellungnahme nach dem Urteil. Das Energie-Etikett bilde nicht ab, dass ein Staubsauger mit vollem Beutel weniger gut sauge und mehr Strom verbrauche.

Das räumten die Richter zwar ein. Allerdings gebe es für Staubsauger mit gefülltem Beutel keine zuverlässigen und genau reproduzierbaren Tests. Auch Dyson habe in dem Verfahren keine Vorschläge machen können, wie solche Tests aussehen könnten - daher sei die bestehende Regelung gerechtfertigt. Die Verbraucher müssten sich darauf verlassen können, dass sie durch das Energie-Etikett eine zuverlässige und einheitliche Information an die Hand bekämen.

Energie-Etiketten gibt es für eine Reihe von Haushaltsgeräten. Sie zeigen mit farbigen Balken und Buchstaben von A bis G die Energie-Effizienz - also wie viel Strom das Gerät für eine bestimmte Leistung braucht. Die Plakette gibt es neben Staubsaugern unter anderem auch für Kühlschränke, Lampen, Waschmaschinen oder Fernseher.

Dyson kann das Urteil der EU-Richter in zweiter Instanz vor dem Europäischen Gerichtshof anfechten. Die EU-Kommission will ihre Verordnung zur Effizienz von Staubsaugern spätestens 2018 überprüfen - auch darauf, ob Geräte mit teilweise gefüllten Beuteln getestet werden können.

Mitteilung des EU-Gerichts

Stellungnahme Dyson nach Urteil

Urteil des EU-Gerichts - Englisch

Verordnung zu Energie-Effizienz von Staubsaugern der EU-Kommission

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Deutscher "Glen"-Whisky könnte Verbraucher irreführen
Luxemburg (dpa) - Die Bezeichnung "Glen" für deutschen Whisky könnte nach Ansicht eines EU-Gutachters irreführend sein.
Deutscher "Glen"-Whisky könnte Verbraucher irreführen
Dieselskandal: Razzien bei Ex-Vorständen von Audi
Im Dieselskandal bei der VW-Tochter Audi haben Staatsanwälte am Donnerstag die Privatwohnungen und in einem Fall auch den Arbeitsplatz dreier weiterer Beschuldigter …
Dieselskandal: Razzien bei Ex-Vorständen von Audi
Zinssorgen belasten Dax - Zahlenflut im Fokus
Frankfurt/Main (dpa) - Die Angst der Anleger vor steigenden Zinsen in den USA hat auch den deutschen Aktienmarkt belastet.
Zinssorgen belasten Dax - Zahlenflut im Fokus
Warnstreiks bei der Post in fünf Bundesländern
Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden bei der Post ruft Verdi zum Warnstreik auf. 1500 Zusteller sollten am Donnerstag Briefe und Pakete liegen lassen und sich an …
Warnstreiks bei der Post in fünf Bundesländern

Kommentare