Staubsauger im Test: Roboter versagen

München - Staub, Fasern und Krümel – Staubsauger müssen einiges schlucken. Stiftung Warentest hat die Haushaltshelfer untersucht. Miele, Bosch und Siemens schneiden gut ab, neue Saug-Roboter überzeugen dagegen nicht im Test.

Es ist der Traum einer jeden Hausfrau und eines jeden Hausmanns: Ein Roboter, der ganz allein die Krümel auf dem Boden einsaugt. Zwar gibt es inzwischen solch wendige Geräte. Doch das Ergebnis der kleinen Helfer überzeugt in der Praxis nicht. „Fürs gründliche Staubsaugen von Teppich reicht ihre Saugkraft nicht aus“, schreibt die unabhängige Berliner Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift „test“ (April 2012). Wer Wert auf einen sauberen Fußboden legt, sollte daher zum bewährten Bodenstaubsauger greifen.

Sauger mit Staubbox schneiden schlecht ab

Insgesamt zehn energiesparende Geräte haben die Tester unter die Lupe genommen. Sechs Modelle schnitten mit der Note Gut ab, drei bekamen lediglich die Note Ausreichend (siehe Kasten). Neben den bekannten Marken Bosch, Miele und Siemens, die auch im vergangenen Jahr gut abschnitten, überzeugte diesmal auch ein Philips-Sauger im Test. Schlechte Resultate lieferten dagegen die sogenannten Box-Sauger. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Vlies-Staubbeuteln arbeiten sie mit einer Staubbox. Vor allem Dreck in Ritzen nehmen die Box-Sauger jedoch schlecht auf. Auch beim Teppich bleiben sie deutlich hinter der Konkurrenz zurück.

Wie lässt sich die Saugleistung verschiedener Modelle vergleichen? Die Tester streuen dazu eine bestimmte Menge genormten Prüfstaubs auf einen Veloursteppich. Dann wiegen sie den Staubbeutel beziehungsweise die Staubbox vor und nach dem Test. Aus der Differenz lässt sich der Reinigungsgrad bestimmen. Dieser wird später mit den Ergebnissen eines Referenzsaugers verglichen.

Filter hilft gegen Staub in der Abluft

Besonders für Allergiker ist wichtig, dass der aufgesaugte Staub auch im Sauger bleibt und nicht mit der Abluft wieder nach außen gelangt. Fast alle getesteten Geräte schaffen dies mit feinporigen Hepa-Abluftfiltern. Nur der Thomas Hygiene T2 sei im Staubrückhalteverhalten mangelhaft, so die Tester. Es ist auch der einzige Sauger im Test ohne Hepa-Abluftfilter. Dafür bietet das Gerät allerdings die Möglichkeit, auch nass zu reinigen. „Angesichts des erheblichen Umbauaufwands eignet sich die Nassreinigung nicht für den täglichen Gebrauch, eher für den Frühjahrsputz“, schreibt Stiftung Warentest.

Motorentest über 600 Stunden

Saugleistung und Filterwirkung sind aber nicht die einzigen Kaufkriterien. Auch die Haltbarkeit der Geräte wurde geprüft. Einen Dauertest von 600 Stunden mussten die Motoren über sich ergehen lassen. Daneben gab es Stoß- und Fallprüfungen. Das Ergebnis: Viele Geräte absolvierten den Belastungstest mit der Bestnote Sehr gut. Nur befriedigende Resultate lieferten die untersuchten Modelle von Eio, Samsung und Thomas.

Miele, Bosch und Siemens als Testsieger

Wie bei der letzten Staubsauger-Untersuchung von Stiftung Warentest liegen erneut die Marken Miele, Bosch und Siemens an der Spitze.

Die beste Saugleistung und Handhabung bietet Miele S5381 EcoLine knapp vor Bosch Ergomaxx Professional BSG81261. Beide Geräte kosten gut 200 Euro. Etwas günstiger ist das Siemens-Modell Green Power Allergy Z 5.0 VSZ5GP1264 für rund 190 Euro, der auf Platz drei landete. Ebenfalls eine gute Saugleistung auf Teppichböden liefert der Philips Performer Energy Care FC9179 (etwa 190 Euro). Die Geräte Fakir 2100 Öko Power (rund 170 Euro) und Eio Villa 1000 BS 70/1 (rund 130 Euro) erreichen zwar insgesamt das Testurteil gut. Auf Teppich saugen sie allerdings etwa weniger gründlich.

Nur eine befriedigende Saugleistung bescheinigten die Tester dem AEG-Electrolux Ultra one Öko AG8800, der immerhin etwa 250 Euro kostet.

Auf den hinteren Plätzen – jeweils mit dem Qualitätsurteil ausreichend – landeten die Geräte Samsung Eco Wave SC88LO (rund 200 Euro), Thomas Hygiene T2 (etwa 330 Euro) und Hoover Xarion TXG 1210 Green Ray (rund 160 Euro). Die Geräte saugten nicht nur mäßig, auch beim Thema Haltbarkeit überzeugten sie nicht. Beim Modell Hoover brach etwa die Schlauchkuppelung.

Mit dem Dyson DC35 Multi Florr (230 Euro) und dem AEG Ergorapido Plus AG904X (180 Euro) nahmen die Tester auch zwei Handstaubsauger unter die Lupe. Fazit: „Die Akkuhandstaubsauger können einen guten Bodenstaubsauger nicht ersetzen. Sie eignen sich besser zum Absaugen von Polstern oder Möbeln als zur Bodenpflege.

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