BMW steht zum Standort Deutschland

- München - Joachim Milberg kehrt bei BMW in die erste Reihe zurück: Der Ex-Vorstandsvorsitzende wird im Mai Chef des BMW-Aufsichtsrats. Vorgänger Volker Doppelfeld nahm diese Ankündigung zum Anlass, gemeinsam mit Vorstandschef Helmut Panke den Standort Deutschland zu verteidigen.

<P>Doppelfeld, der weiter im Aufsichtsrat bleiben soll, gewann - aus dieser Position ungewöhnlich - der deutschen Mitbestimmung gute Seiten ab. Diese biete auch Vorteile, "wenn es der Unternehmensleitung gelingt, den Sachverstand und die Faktenkenntnis von Belegschaftsvertretern in die unternehmerische Realität einzubeziehen".</P><P>Traditionell hat BMW ein gutes Verhältnis zu den Gewerkschaften. Und man hat dies genutzt. Erstmals 1986 wurden mit flexiblen Arbeitszeitmodellen Maschinenlaufzeiten und Arbeitszeit entkoppelt. Der Konzern konnte lang vor anderen die Arbeit der Nachfrage anpassen. "Wenn dies auch künftig gewährleistet ist, werden wir diesen Weg weiter gehen", sagte Panke. So steht er zur Entscheidung, das neue Werk in Leipzig zu bauen, obwohl dies rein betriebswirtschaftlich nicht der günstigste Standort sei. Der BMW-Chef macht eine Gegenrechnung auf: Wenn die Mitarbeiter nicht in der gleichen Sprache sprechen, hätte dies "zweistellige" Effizienzverluste zur Folge.</P><P>Dennoch mahnt auch BMW Veränderungen an. Flexibilität ist zu teuer, sagt Panke. Es geht dabei um üppige Zuschläge etwa an Feiertagen. Massenhersteller, die mit japanischen oder koreanischen Konkurrenten im Wettbewerb stehen, könnten sich dies nicht leisten, so Panke. </P><P>Bei BMW leistet man sich sogar mehr: Jeder Mitarbeiter bekommt als Bonus für 2003 1,5 Monatsgehälter extra. Bei den Führungskräften ist der Erfolg noch wichtiger; mit jeder Ebene nehmen die variablen Gehaltsteile zu. Beim Vorstand betragen sie 82 %.</P><P>Mäßige Ergebnisse, die andere Unternehmenslenker als Erfolg verkaufen, zählen hier nicht. Ergebnis nach Steuern und Dividende seien der Maßstab. "Wenn nichts rauskommt, gibt's nichts", sagt Panke. Aktienoptionen bekommt die Führungscrew nicht. "Wir sind froh darüber", sagt Doppelfeld.</P><P>Es sieht auch 2004 nach Bonus aus. Nach einem schwachen Jahresstart liegt BMW mit mit 265 000 ausgelieferten Fahrzeugen im 1. Quartal wieder auf Rekordkurs. Im März wurde mit 113 000 Autos alles ausgebügelt. Es ist, da war sich Panke bereits vor Monatsende sicher, der beste Monat in der Geschichte des Unternehmens.</P><P>Was aber ist das Erfolgsrezept? Doppelfeld: "Wie wichtig ein gutes Klima und ein von allen Beteiligten im Unternehmen getragener Geist ist, wird oft nicht hoch genug eingeschätzt." Oder wie es Panke einfacher sagt: "Arbeit muss Spaß machen."</P>

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