Arbeitgeber sollen beteiligt werden

Zusatzbeiträge: SPD will Rückkehr zu altem System

Berlin - In der Debatte um die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Kassen dringt auch die SPD weiter auf eine Rückkehr zur paritätischen und damit hälftigen Finanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

"Es kann nicht dabei bleiben, dass die Versicherten den Anstieg der Kassenbeiträge über ihre Zusatzbeiträge allein finanzieren müssen", sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Edgar Franke (SPD), der "Bild"-Zeitung vom Dienstag.

Die Arbeitgeber müssten sich "wieder zum gleichen Teil an den Kosten beteiligen", forderte er. Dies sei vor dem Hintergrund der stark steigenden Kosten dringend nötig.

Hintergrund sind neue Kostenschätzungen des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem über den Anstieg der Ausgaben im Gesundheitswesen. Danach könnte sich der Zusatzbeitrag der Kassenversicherten von heute durchschnittlich 1,1 Prozent des Bruttogehalts bis 2020 auf 2,4 Prozent mehr als verdoppeln. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) geht bislang von einem deutlich moderateren Anstieg des Zusatzbeitrags bis 2019 auf durchschnittlich 1,8 Prozent aus.

Nur der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Kassen von 14,6 Prozent wird derzeit je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert. Darüber hinausgehende Kosten müssen die Versicherten in Form von einkommensabhängigen Zusatzbeiträgen alleine tragen.

Seit Jahren steigen die Ausgaben der Kassen schneller als die Einnahmen. Gewerkschaften und Sozialverbände fordern daher seit längerem die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung. "Die hohe einseitige Belastung der Versicherten führt dazu, dass der Erhalt der Gesundheit stark von der Größe des Geldbeutels abhängig ist", erklärte am Dienstag Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK. Gesundheit müsse für alle bezahlbar sein.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln warnte hingegen vor einer Abschaffung des Zusatzbeitrags. "Je höher die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung steigen, desto eher wechseln Versicherte die Kasse", erklärte das IW. Das erhöhe den Wettbewerb im Gesundheitssystem und setze Kassen sowie Leistungsanbieter "unter Druck, die Versorgung möglichst effizient zu organisieren".

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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