Steigende Strompreise: Träge Kunden lassen die Kassen klingeln

- Die Deutschen sparen: beim Essen und beim Reisen - aber nicht beim Strom. Während die Bundesbürger bei Aldi und Lidl einkaufen und mit dem Billigflieger in den Urlaub jetten, bleiben die meisten ihrem gewohnten Stromversorger treu _ trotz teilweise hoher Preise.

<P>Nicht viel mehr als vier Prozent aller Haushalte wechselten seit der Liberalisierung des Strommarktes den Anbieter. Dabei könnten viele Verbraucher nach einer Studie des Bundes der Energieverbraucher bis zu 230 Euro jährlich sparen. Der hoch gelobte Wettbewerb auf dem Strommarkt - er funktioniert nicht richtig. Zwar fielen unmittelbar nach der Liberalisierung die Strompreise, doch inzwischen sind für die Privatkunden alle Vorteile wieder verloren gegangen. </P><P>1998 zahlte ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt 49,95 Euro im Monat für Strom. Heute sind es nach Angaben des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft bereits wieder 49,93 Euro - mit steigender Tendenz.</P><P>Kein Zweifel, einen großen Teil der Verantwortung dafür trägt der Staat. Denn dank der Ökosteuer und anderer Sonderlasten fließen inzwischen mehr als 40 Prozent der Stromrechnung in die Kassen der öffentlichen Hand, 1998 waren es nur 25 Prozent. Doch auch die etablierten Stromkonzerne, die dank massiver Rationalisierungen längst wieder prächtig am Geschäft mit der Elektrizität verdienen, sind daran wohl nicht ganz unschuldig.</P><P>Wettbewerb behindert</P><P>Das Bundeskartellamt jedenfalls hat eine ganze Serie von Missbrauchsverfahren gegen deutsche Stromnetzbetreiber eingeleitet, die durch überhöhte Durchleitungstarife für Konkurrenten den Wettbewerb behindert haben sollen. Auch wurden Kunden von einigen angestammten Versorgern mit Fehlinformationen und kaum verhohlenen Drohungen von einem Wechsel abgehalten. Auch Pleiten neuer Versorger trugen zu breiter Verunsicherung wechselwilliger Verbraucher bei.</P><P>Aber Staat und Industrie sind wohl nicht allein verantwortlich, den Schlüssel zu günstigeren Preisen haben die Verbraucher in der Hand. Strom könnte billiger sein, wenn sich die deutschen Kunden ähnlich wechselfreudig zeigen würden wie beim Telefon - wo durch die Nutzung günstiger Gespräche die Preise auf einen Bruchteil des ursprünglichen Niveaus gefallen sind.</P><P>100 Euro sparen</P><P>Nach einer Untersuchung des Bundes der Energieverbraucher in den Städten Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart, München und Frankfurt brächte schon heute der Wechsel zu einem günstigeren Versorger einem Single-Haushalt bis zu 40 Euro, einem Durchschnittshaushalt bis zu 88 Euro. Vielverbraucher könnten sogar bis zu 230 Euro jährlich sparen. Würde der Wettbewerb erst einmal tatsächlich in Gang kommen, dann wäre die Stromrechnung nach Schätzungen der Verbraucherschützer durch den Konkurrenzdruck für jeden Haushalt sogar um etwa 100 Euro niedriger.</P><P>Wie wechselt man?</P><P>Dabei ist der Wechsel des Stromversorgers - wenn man ein paar Grundregeln beachtet - heute nach Einschätzung des Bundes der Energieverbraucher einfach und problemlos.</P><P>Tarifinformationen gibt es am schnellsten im Internet. Doch empfiehlt es sich, vor einer Entscheidung noch einmal beim gewünschten Versorger nachzufragen und sicherzustellen, dass der entsprechende Tarif wirklich auch am eigenen Wohnort verfügbar ist, rät der Verband.</P><P>Die entsprechenden Informationen schaden auf keinen Fall. Selbst wer den Versorger nicht wechseln will, sollte wenigstens den günstigsten Tarif des örtlichen Versorgers wählen, um Geld zu sparen, empfehlen die Verbraucherschützer. Auch wenn es ein wenig Arbeit mache, die Mühe lohne sich häufig.<BR> <BR>www.stromseite.de, www.biallo.de, www.energienetz.de<BR><BR></P>

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