Steigende Zahl von Privatinsolvenzen

- Düsseldorf - Die Zahl der Insolvenzen privater Haushalte hat im ersten Halbjahr 2005 neue Höhen erreicht. Die Neusser Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung berichtete am Dienstag von einem Anstieg der Verbraucherinsolvenzen um 33,5 Prozent auf 29 200 Fälle. Zu dem Anstieg trugen auch neue Stundungsregelungen im Insolvenzrecht bei.

Angesichts von 3 Millionen überschuldeten Haushalten in Deutschland sei das erst die Spitze des Eisbergs, sagte Helmut Rödl, Vorstandsmitglied der Creditreform, am Dienstag bei der Vorlage der Pleitezahlen für das erste Halbjahr 2005.Im Durchschnitt belaufe sich der Schaden, der durch eine Privatinsolvenz ausgelöst werde, auf 75 000 Euro. Für die kommenden Jahre rechnet der Creditreform-Vorstand mit weiter steigenden Privatinsolvenzen. Bei den Firmenpleiten zeichnet sich derzeit eine leichte Entspannung ab. So meldeten im ersten Halbjahr 2005 rund 18 700 Unternehmen bei den Gerichten Zahlungsunfähigkeit an. Das war ein Rückgang von gut 6 Prozent.Doch von einer "Aufhellung in der Pleiteszenerie" könne keine Rede sein, warnte Rödl. Bis zum Jahresende sollen die gesamten Insolvenzen auf 130 000 Fälle ansteigen, 92 000 Fälle von privater Zahlungsunfähigkeit und 38 000 Firmenpleiten. Dabei könnten zwischen 550 000 und 580 000 Arbeitsplätze betroffen sein. Dem stünden wiederum rund 300 000 Stellen gegenüber, die durch Neugründungen geschaffen würden.

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