Steinbrück fordert stärkere Überprüfung der Strompreise

Leipzig - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat sich für eine genauere Überprüfung der Strompreise ausgesprochen. "Die Erhöhungen großer Unternehmen sind unangemessen und ich kann sie nicht nachvollziehen", erklärte Steinbrück bei einem Besuch der Energiebörse EEX in Leipzig.

Das lenke den Blick auf Missbrauchsklauseln bei Gesetzesvorhaben zur Verbesserung der Preisaufsicht. "Das beflügelt uns, den Instrumentenkasten zu verbessern", sagte Steinbrück. Er sprach sich zugleich für den Erhalt eines deutschen Standortes der EEX aus. Die Bundesregierung habe ein hohes Interesse, den Standort für Deutschland zu erhalten. Die Börse habe erkennbare Erfolge.

Die Energiebörse mit derzeit 50 Mitarbeitern vergrößert ihren Sitz in Leipzig und zieht im Frühjahr 2008 in neue Räume. "Der Standort ist sicher. Es wird ein Headquarter in Leipzig geben", betonte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) mit Blick auf das geplante Zusammengehen mit der französischen Energiebörse Powernext S. A.. "Wir weiten uns weiter aus", sagte der EEX-Vorstandsvorsitzende Hans- Bernd Menzel. Es seien weitere Tochtergesellschaften geplant. "Wer wachsen will, muss auch teilen können", sagte Jung.

Weitere Details nannte Menzel nicht und verwies auf die für den 11. Dezember geplante Aufsichtsratssitzung. Dabei sollen voraussichtlich die Weichen für das Zusammengehen mit der Börse in Paris gestellt werden und soll die Entscheidung fallen, wo der Hauptsitz der künftigen europäischen Energiebörse ist. "Der anstehende Umzug ist kein Indiz für einen Rückzug", sagte Steinbrück mit Blick auf die neuen Räumlichkeiten. Die EEX ist künftig auf mehr als 1700 Quadratmetern im Herzen der Stadt vertreten.

Die EEX ist nach eigenen Angaben mit mehr als 175 Teilnehmern die teilnehmer- und umsatzstärkste Energiebörse Kontinentaleuropas. Mit Kooperationen reagiert die EEX auf die Europäisierung des Energiemarktes. Um die Strukturen flexibler zu gestalten, wurde vor kurzem in einem ersten Schritt der Strom-Spothandel in eine Tochtergesellschaft ausgelagert. (dpa)

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