Stellenabbau bei Siemens: Löscher räumt Fehler ein

München - Siemens-Chef Peter Löscher hat Fehler bei der Kommunikation über den geplanten Stellenabbau eingeräumt. Aus heutiger Sicht sei es falsch gewesen, dass er die Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro in Verwaltung und Vertrieb schon im November angekündigt habe.

Und dies, obwohl er gewusst habe, danach monatelang die Details schuldig bleiben zu müssen, sagte Löscher dem Magazin "Focus". Insgesamt kostet das Sparprogramm bei Siemens nach dpa-Informationen weltweit mehr als 17 000 Arbeitsplätze, davon 6450 in Deutschland. Offiziell wurden die Zahlen auch am Samstag weder von Siemens noch von der IG Metall bestätigt.

Unter den Beschäftigten sorgt das Sparprogramm seit Monaten für große Unruhe. Das Management befürchtet dem Bericht zufolge, dass darunter auch das Geschäft leiden könnte. Vorstand Heinrich Hiesinger habe sich am Mittwoch bereits in einer E-Mail an die internationale Belegschaft gewandt. "Viele Mitarbeiter fühlen sich verunsichert", zitiert "Focus" aus dem Schreiben. Er habe den Eindruck, dass über die Sparoffensive die eigentlichen Ziele vergessen würden, schreibe Hiesinger. Dabei dürften die Beschäftigten aber das "Allerwichtigste", die Kunden, nicht aus den Augen verlieren.

Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer kündigte bei den Verhandlungen über die Umsetzung des Stellenabbaus einen harten Kurs an. Der Vorstand habe zugesagt, dass der Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen solle. Es sei ihm allerdings unklar, wie das möglich sein solle. Falls sich das Management nicht daran halte, werde es Krach auf breiter Front geben, sagte Neugebauer am Samstag im "Bayerischen Rundfunk".

In Deutschland wird von dem Stellenabbau bei Siemens Bayern besonders stark betroffen sein. Allein im fränkischen Erlangen sollen nach dpa-Informationen 1330 Arbeitsplätze wegfallen und in Nürnberg weitere 540. Zudem sollen am Konzernsitz München 900 Jobs gestrichen werden. Auch Berlin wird es mit 340 Stellen hart treffen. Siemens beschäftigt in Deutschland rund 130 000 Menschen, weltweit sind es 435 000 Beschäftigte.

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