RAG stellt mit Degussa Weichen für Börsengang

- Düsseldorf/Essen - Der Essener Bergbau-, Chemie- und Immobilienkonzern RAG hat eine wichtige Hürde auf dem Weg zu seinem Börsengang genommen. In einer Vereinbarung mit dem Energieriesen Eon sicherte sich das Unternehmen die vollständige Kontrolle über den weltgrößten Spezialchemieanbieter Degussa. RAG zahlt Eon für dessen 43-prozentige Degussa-Beteiligung 2,8 Milliarden Euro und stockt damit den Anteil auf gut 93 Prozent auf. Die verbleibenden freien Aktionäre sollen mit einem öffentlichen Kaufangebot und einem Squeeze-Out aus dem Unternehmen gedrängt werden.

"Mit der geplanten vollständigen Übernahme der Degussa AG schaffen wir das Fundament für die erfolgreiche Zukunft des RAG-Konzerns. Sie ist ein Meilenstein auf dem Weg an die Börse", sagte RAG-Chef Werner Müller. Eon erwartet aus dem Verkauf, der bis Mitte 2006 abgeschlossen sein soll, einen Buchgewinn in Höhe von 500 Millionen Euro. Diesen Gewinn will der Konzern in Form einer Sonderdividende in Höhe von 4,25 Euro je Aktie an seine Anteilseigner ausschütten. Dabei kam der Energieriese der eher finanzschwachen RAG beim Kaufpreis offensichtlich noch entgegen. Denn der Preis für das Paket liegt - gemessen am Schlusskurs der Degussa-Aktie von Montagabend - um mehr als 600 Millionen Euro unter dem Börsenwert. Die Degussa-Aktie kletterte gestern bis Handelsschluss um gut 13 Prozent auf 43,75 Euro nach oben. Um die Übernahme finanzieren zu können, will die RAG unter anderem die florierende Bauchemie-Sparte der Degussa verkaufen.

Eon wird nach dem Verkauf seiner Degussa-Anteile endgültig zu einem reinen Versorgungsunternehmen. Man wolle sich völlig auf die Strom- und Gasaktivitäten konzentrieren, sagte Vorstandschef Wulf Bernotat. In diesem Jahr hat sich Eon bereits von seiner Immobilientochter Viterra und den Anteilen an Ruhrgas Industries getrennt.

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