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Maximal 124 Euro beträgt die Steuerentlastung 2012. Vor allem kinderlose Beschäftigte mit geringen und mittleren Einkommen profitieren.

Steuer 2012: Ein Hauch mehr Netto

München - Auf die Bundesbürger kommen im neuen Jahr wieder zahlreiche Änderungen zu. Die gute Nachricht: Millionen Arbeitnehmer profitieren von einer Mini-Steuerentlastung. Was sich konkret ändert, zeigt unser Überblick.

Steuer

- Die Steuerentlastungen werden viele Verbraucher im kommenden Jahr positiv im Geldbeutel spüren. Unterm Strich können sich die Bundesbürger auf bis zu 124 Euro mehr Geld freuen. Vor allem Bezieher der unteren und mittleren Einkommen ohne Kinder werden die Erleichterungen bemerken.

- Eine Familie (zwei Kinder) mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3750 Euro wird im Jahr gut 96 Euro mehr in der Tasche haben (siehe Tabelle). Dies zeigen Berechnungen des Bund der Steuerzahler. Dabei wurde auch die Absenkung des Beitrags zur Rentenversicherung von 19,9 auf 19,6 Prozent sowie die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung berücksichtigt (siehe Sozialabgaben). Bei Familien mit einem Monatsbrutto von 5800 Euro beträgt die Entlastung nur noch 1,20 Euro im Jahr.

- Deutlich mehr werden kinderlose und unverheiratete Arbeitnehmer die Steuerentlastung zu spüren bekommen. So bedeutet es bei einem mittleren Monatsbruttoeinkommen von 3750 Euro ein Plus von gut 124 Euro im Geldbeutel. Beim Monatsverdienst von 1500 Euro sind es noch 67,68 Euro mehr und bei einem Spitzensatz von 5800 Euro macht die Entlastung noch 47,16 Euro aus.

- Auch unverheiratete Arbeitnehmer mit nur einem Kind können sich über mehr Geld im neuen Jahr freuen. Den Berechnungen der Steuerexperten zufolge dürfte es bei einem monatlichen Brutto von 3750 Euro eine Entlastung von 123,12 Euro sein. Bei einem Monatsverdienst von 1500 Euro sind es hingegen nur noch 58,92 Euro und bei 5800 Euro im Monat nur noch ein Jahresplus von 48,48 Euro.

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Erleichterungen gibt es auch bei der Steuererklärung: Die bisher unterschiedlichen Voraussetzungen für den Abzug von Kinderbetreuungskosten wie Berufstätigkeit, Ausbildung oder Krankheit der Eltern entfallen. Dadurch wird der Steuerabzug erheblich vereinfacht. Die bisherige Unterscheidung füllt ein ganzes Blatt der dreiseitigen „Anlage Kind“ in der Steuererklärung, hat aber praktisch keine steuerliche Bedeutung oder Auswirkung auf die Entlastungshöhe. Der Erklärungsaufwand wurde reduziert. Außerdem kommen mehr Eltern in den Genuss des Abzugs.

- Bei der Gewährung von Kindergeld und Freibeträgen wird auf die Einkommensüberprüfung bei volljährigen Kindern in der Schul- oder Berufsausbildung verzichtet. Bisher entfallen Kindergeld und -freibetrag ab 8004 Euro Eigeneinkünften eines Kindes. Da aber ohnehin nur ein Prozent der volljährigen Kinder diese Grenze überschreitet, fällt die komplizierte Überprüfung komplett weg – die auch immer wieder Ursache von Einsprüchen und Klagen war.

- Die Berechnung der Entfernungspauschale wird vereinfacht. Bei Nutzung verschiedener Verkehrsmittel müssen die anfallenden Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel nur noch in Ausnahmefällen für jeden einzelnen Tag belegt werden.

- Kleine und mittlere Firmen profitieren dauerhaft von einer Erleichterung bei der Umsatzbesteuerung. Unternehmen mit bis zu 500.000 Euro Umsatz müssen die Umsatzsteuer erst dann ans Finanzamt abführen, wenn ihre Kunden die Rechnung tatsächlich bezahlt haben. Die während der Finanzkrise eingeführte und ursprünglich bis Ende 2011 befristete Sonderregel („Ist-Besteuerung“) gilt unbegrenzt.

Sozialabgaben

- Im nächsten Jahr gelten neue Bemessungsgrenzen für Sozialabgaben, die einen Teil der Steuerentlastung wieder auffressen. Die Beitragsbemessungsgrenze gibt an, bis zu welchem Bruttoverdienst Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt werden müssen. Die Messlatte für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung steigt bundesweit von derzeit 3712,50 auf 3825 Euro im Monat (im Jahr: 45 900 Euro). Die Bemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung klettert in den alten Bundesländern um 100 Euro auf 5600 Euro pro Monat (im Jahr: 67 200 Euro). In den neuen Bundesländern bleibt die Hürde bei 4800 Euro (57 600 Euro). Die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich anhand der Lohnentwicklung angepasst.

Pfändungsschutz

- Ein automatischer Guthabenschutz vor Pfändungen besteht ab dem 1. Januar nicht mehr auf dem normalen Girokonto. Dafür muss bei der Bank allerdings die Umwandlung in ein „Pfändungsschutzkonto“ beantragt werden – dort ist dann das Existenzminimum von monatlich 1028,89 Euro sicher. Bisher konnten Bankkunden Sozialleistungen wie Rente, Kindergeld oder Hartz-IV-Zahlungen innerhalb von 14 Tagen nach dem Eingang abheben, auch wenn schon eine Pfändung lief. Doch diese Sonderregelung endet am 31. Dezember 2011.

Arbeitsmarkt

- Die Förderung von Arbeitslosen wird gestrafft: So gibt es künftig höhere Hürden zum abgespeckten Gründungszuschuss für arbeitslose Existenzgründer. Die Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld, die die Beschäftigung während der zurückliegenden Finanz- und Wirtschaftskrise stabilisierten, fallen mit dem Jahreswechsel weg.

- Für die gesamte Zeitarbeitsbranche gilt ein nach Ost und West differenzierter Mindestlohn: Er liegt im Osten bei 7,01 Euro und im Westen bei 7,89 Euro. Für die Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk müssen bundesweit mindestes 11,00 Euro bezahlt werden. Auch bei den Gebäudereinigern tritt ein neuer Mindestlohn in Kraft: In den alten Bundesländern sind es 8,82 Euro, in den neuen Ländern 7,33 Euro.

- Arbeitgeber, die die fünfprozentige Beschäftigungsquote für Schwerbehinderte nicht erfüllen, müssen eine höhere Ausgleichsabgabe bezahlen. Firmen, bei denen die Quote zu mindestens drei Prozent erfüllt ist, zahlen 115 Euro (plus 10 Euro) monatlich. Zwischen zwei und drei Prozent liegt der Betrag bei 200 Euro (plus 20 Euro) und unter zwei Prozent bei 290 Euro (plus 30 Euro).

- Bulgaren und Rumänen erhalten künftig eine Arbeitserlaubnis für Deutschland, wenn sie einen Hochschulabschluss haben oder für eine Berufsausbildung ins Land kommen. Auch Erntehelfer aus diesen beiden Ländern dürfen jobben, wenn sie zu den in Deutschland geltenden Bedingungen eingestellt werden.

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