Steuer, GEZ und Krankenkasse: Woran junge Ehepaare denken sollten

- Die eigene Hochzeit soll der schönste Tag im Leben sein. Doch bevor es so weit ist, müssen sich Paare viel Zeit für lästige Dinge nehmen. Es gilt, nicht nur den Tag der Trauung mit allen Festivitäten drumherum zu planen, sondern auch an Versicherungen oder Steuer zu denken, wenn beide erstmals zusammenziehen. Dazu hat die Stiftung Warentest einige Tipps und Hinweise zusammengestellt:

Steuerklasse

Vor der Heirat sind beide Partner als Ledige vermutlich in die Steuerklasse I eingestuft. Nach der Eheschließung können beide bis zum 30. November eines Jahres bei der Gemeinde den Wechsel in eine andere Klasse beantragen. Bekommt nur ein Partner Gehalt, sollte dieser die Stufe III wählen, wie die Warentester in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" raten. Wenn beide gleich viel verdienen, raten sie beiden, die Klasse IV zu wählen. Verdient einer 60 Prozent oder mehr des gemeinsamen Gehalts, soll er sich in die Klasse III und der andere in die Klasse V einstufen lassen.

Steuererklärung

In der Regel zahlen Paare gemeinsam weniger Steuern als bei der "getrennten Veranlagung". Das heißt, sie sollten zusammen eine Steuerklärung beim Finanzamt einreichen. "Zwei separate Steuererklärungen können hingegen finanziell vorteilhaft sein, wenn zum Beispiel ein Partner hohe steuerfreie Leistungen wie Arbeitslosen- oder Krankengeld und der andere wenig Arbeitslohn erhalten hat", schreiben die Verbraucherschützer. Durch getrennte Veranlagung könne verhindert werden, dass dem Partner mit Arbeitslohn das Arbeitslosengeld fiktiv angerechnet wird und er deshalb mehr Steuern abführen muss.

Versicherungen

Ziehen die jungen Eheleute zusammen, haben häufig beide eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung. Es ist aber jeweils möglich, nur eine Police beizubehalten, die dann für beide Partner gilt. Die Stiftung Warentest empfiehlt, die jüngere Police vorzeitig zu beenden.

Mietvertrag

Wer mit der neuen Gattin oder dem neuen Gemahl zusammenzieht, hat in seiner alten Wohnung kein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate. Allerdings zeigen sich viele Vermieter kulant, wenn der Mieter einen Nachmieter stellen kann.

Wer in die Wohnung des Partners einzieht, braucht dazu nach Angaben der Warentester keine Erlaubnis von dessen Vermieter. "Sie sind auch nicht gezwungen, den Mietvertrag zu unterschreiben", heißt es weiter.

Krankenkasse

Wenn ein Partner nach der Hochzeit nicht mehr arbeitet, weil er beispielsweise die Kinder betreut, endet seine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse. "Er ist dann beitragsfrei beim Partner mitversichert, wenn der Mitglied einer gesetzlichen Kasse ist", berichtet "Finanztest".

Telefon und Internet

Eigentlich können Telefon- und Internetverträge mit fester Laufzeit nicht vorzeitig gekündigt werden, wenn ein Anschluss überflüssig wird. Die Warentester raten dennoch "zu handeln" und die Kulanz der Telekommunikationsanbieter zu testen.

GEZ-Gebühren

Sobald Eheleute zusammenziehen, müssen sie für Geräte zuhause nur noch einmal GEZ-Gebühren zahlen. Ein Abmeldeformular findet sich im Internet unter der Adresse www.gez.de.

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