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Freibeträge, Altersvorsorge, Home-Office & Co.: 15 Tipps zum Steuernsparen

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Wer bei seiner Steuererklärung ein paar Tipps beachtet, kann sich beim Fiskus eine Menge Geld zurückholen. Das Wichtigste im Überblick.

München - Gute Nachricht für Steuerzahler: Bei der nächsten Steuererklärung dürften viele mehr Geld zurückbekommen als in den vergangenen Jahren. Der Grund dafür: In einigen Bereichen gibt es jetzt neue Steuerpauschalen, in anderen wurden die Freibeträge erhöht – das kommt u.a. Familien mit Kindern und Pendlern zugute. Alles auszuschöpfen gilt vor allem auch für alle, die während der Corona*-Zeit in Kurzarbeit waren. Denn hier droht in vielen Fällen eine Steuernachzahlung.

Steuer: Finanzämter zahlten im Schnitt 1051 Euro zurück

Wer seine relevanten Ausgaben geltend macht, kann seine Nachzahlung zumindest klein halten. Abgeben sollte man eine Steuererklärung in jedem Fall, denn in der Regel gibt es Geld vom Staat – in den letzten Jahren zahlten die Finanzämter im Schnitt 1051 Euro zurück. Hier 15 Tipps, die für Ihre Steuererklärung wichtig sein können.

1. Grundfreibetrag

Ab Januar 2021 bleiben für ledige Arbeitnehmer die ersten 9744 Euro (bisher 9408 Euro) steuerfrei, bisher waren’s nur 9408 Euro. Außerdem steigt der Einkommensteuertarif leicht. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 57 919 Euro. Ab einem Supereinkommen von 274 613 Euro und mehr werden dann 45 Prozent fällig. Bei zusammen veranlagten Ehegatten verdoppeln sich die Beträge.

2. Kinderfreibetrag

Über eine deutliche Erhöhung des Kinderfreibetrages dürfen sich alle Eltern freuen. Die Pauschale wird auf 8388 Euro angehoben. Bisher lag sie bei 7812 Euro. Der Betrag wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Kleiner Wermutstropfen: Die Steuersenkung wird mit dem Kindergeld verrechnet. Dieses wurde 2021 ebenfalls erhöht – auf 219 für das erste und zweite Kind, 225 für das dritte und 250 Euro ab dem vierten Kind. Das heißt: Erst wenn die Steuerersparnis größer ist als das Kindergeld, spürt der Steuerzahler eine Entlastung. Alleinerziehende mit einem Kind müssen 2020 mindestens rund 43 000 Euro verdient haben, um eine Steuererleichterung zu erhalten, Paare mit einem Kind mindestens rund 81 000 Euro.

3. PC & Co. abschreiben

Für Computerhardware, Zubehör (z. B. Drucker, Maus, Tastatur, Webcam) sowie Software, die ab 2021 gekauft wurde, gibt es die Möglichkeit einer Sofortabschreibung. So können die Anschaffungsausgaben direkt als Werbungskosten im Anschaffungsjahr abgezogen werden. Bisher mussten Ausgaben über 800 Euro auf drei Jahre aufgeteilt werden.

4. Pendlerpauschale

Die Entfernungspauschale für den einfachen Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz wird angehoben*. Ab dem 21. Kilometer können 35 Cent geltend gemacht werden. Für die ersten 20 Kilometer bleibt es bei 30 Cent. Geringverdiener, die keine Einkommensteuer zahlen, können für lange Fahrtwege eine Mobilitätsprämie beim Finanzamt beantragen.

5. Altersvorsorge

Wer fürs Alter vorsorgt und regelmäßig in die Rentenversicherungen und/oder Verträge bei berufsständischen Versorgungswerken einzahlt, kann die Aufwendungen bis zur Höchstgrenze von 25 787 Euro geltend machen. Maximal können davon 92 Prozent abgesetzt werden. Das heißt, das zu versteuernde Einkommen sinkt um bis zu 23 724 Euro. Bei Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wird allerdings der steuerfreie Arbeitgeberanteil von den Vorsorgeaufwendungen abgezogen.

6. Menschen mit Behinderung

Lang hat es gedauert, aber nun wurde endlich – erstmals seit 1975 – wieder der Pauschbetrag für behinderte Menschen angehoben – und zwar wurde er verdoppelt. Ab einem Behinderungsgrad von 20 Prozent (bisher 25) können Betroffene zwischen 384 und 7400 Euro (je nach Behinderung) als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung ohne Nachweis geltend machen. Nur wer höhere Kosten geltend machen will, muss diese belegen. Gleichzeitig sinkt die Fahrtkostenpauschale auf 900 Euro (Behinderung 80 Prozent und mehr oder 70 Prozent und „G“) beziehungsweise 4500 (Merkzeichen „aG“, „Bl“, „TBl“ oder „H“).

7. Hinzuverdienstgrenze für Rentner

Wer eine vorgezogene Altersrente* bezieht und weiter arbeitet, konnte im Jahr 2021 bis zu 46 060 Euro (Vorjahr: 44 590 Euro) dazuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Diese Regel war schon für 2020 wegen der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Fachkräftemangels in bestimmten Branchen wie der Pflege angehoben worden. Wichtig für alle, die aktuell überlegen, in Frührente zu gehen: Die Zuverdienst-Grenze liegt auch heuer noch bei 46 060 Euro.

8. Pflege-Pauschbeträge

Wer Angehörige zu Hause unentgeltlich pflegt, kann seit 2021 einen höheren Pauschbetrag geltend machen. Bei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 4 und 5 steigt der Betrag auf 1800 Euro (bisher 924 Euro). Liegt Pflegegrad 2 oder 3 vor, gilt erstmals ein Pauschbetrag: 600 beziehungsweise 1100 Euro können Pflegende dafür ansetzen.

9. Steueranteil für Neurentner

Alle, die 2021 aus Altersgründen aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, müssen 81 Prozent ihrer Rente versteuern (Vorjahr: 80 Prozent) – 19 Prozent der Bruttojahresrente bleiben steuerfrei. Bei Bestandsrenten bleibt der zum Zeitpunkt des Renteneintritts festgesetzte steuerfreie Rentenbetrag bestehen.

10. Unterhalt

Als außergewöhnliche Belastung können Unterhaltskosten für das 2021 bis maximal 9744 Euro (bisher 9408 Euro) zuzüglich Basiskranken- und Pflegeversicherung geltend gemacht werden. Die Voraussetzungen: Der Unterhaltsempfänger darf kein nennenswertes Vermögen haben. Liegt sein Einkommen über 624 Euro, mindert dies den Unterhaltsanspruch. Werden Kinder unterstützt, ist ein Abzug als außergewöhnliche Belastung nur möglich, wenn für das Kind kein Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibetrag mehr gewährt wird.

11. Umzug wegen Jobwechsel

Wer wegen eines neuen Arbeitsplatzes umziehen muss, kann sich einen Teil der Kosten über die Steuererklärung zurückholen. Neben Einzelkosten (z. B.: Makler, Fahrtkosten, Möbelspedition) ist zusätzlich eine Pauschale für „sonstige Umzugskosten“ abziehbar. Die Höhe richtet sich nach dem Tag, an dem das Umzugsgut eingeladen wurde. Ab dem April 2021 können 870 Euro angesetzt werden (bis 31. März: 860 Euro). Für jede weitere Person kommt ein Pauschalbetrag in Höhe von 580 Euro (bis 31. März: 573 Euro) hinzu. Wer bislang keine eigene Wohnung hatte, kann 174 Euro geltend machen. Benötigen die Kinder jetzt Nachhilfeunterricht, weil etwa die Umstellung auf die neue Schule Probleme bereitet, können auch diese Kosten steuerlich geltend gemacht werden. Der Höchstbetrag liegt bei 1160 Euro (bis 31. März: 1146 Euro).

12. E-Dienstwagen

Wen man sein Geschäfts-Elektro- oder Hybridfahrzeug zu Hause auflädt, kann der Arbeitgeber einem die Aufwendungen dafür pauschal erstatten. Besteht eine zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber, beträgt die Erstattung für die Heimladung monatlich 30 Euro für Elektrofahrzeuge und 15 Euro für Hybridelektrofahrzeuge. Falls es keine zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber gibt, kann man monatlich 70 Euro für Elektrofahrzeuge und 35 Euro für Elektrohybridfahrzeuge bei der Steuererklärung ansetzen.

13. Kfz-Steuer

Für Neuzulassungen ab 2021 wird die Kfz-Steuer stärker an den CO2-Ausstoß des Fahrzeugs gekoppelt. Mehr Steuer wird für Autos fällig, die mehr als 115 Gramm/km ausstoßen. Im Gegenzug werden die sparsameren Diesel und Benziner, die unter 95 Gramm bleiben, künftig mit einem Steuerrabatt von 30 Euro jährlich belohnt.

14. Solidaritätsbeitrag

Für viele Arbeitnehmer ist der Soli seit Januar 2021 aus der Gehaltsabrechnung verschwunden. Das hängt vom Einkommen und von Freibeträgen ab. Laut Finanzministerium wird eine Familie mit zwei Kindern in etwa bis zu einem Jahresbruttolohn von 151 000 Euro voll entlastet, Singles ab rund 73 000 Euro Bruttolohn. Vollständig weiterzahlen müssen alle, die mehr als 109 000 Euro beziehungsweise 221000 Euro verdienen.

15. Fristen

Wer beim monatlichen Lohnsteuerabzug einen Freibetrag erhält (z. B. die Pendlerpauschale) muss grundsätzlich eine Steuererklärung abgeben, um seine Aufwendungen nachzuweisen. Ausnahme: Geringverdiener. Liegt der im Jahr 2021 erzielte Arbeitslohn bei maximal 12 250 Euro (Ehepaare: 23 250 Euro), entfällt die Pflicht. Wer die Steuererklärung freiwillig abgibt, hat dafür bis zum 30. September 2022, mit Steuerberater bis zum 30. Juni 2023 Zeit. Wichtig: Auch wer 2021 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld bezogen hat, muss eine Steuererklärung abgeben. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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