Steuer-Vorteil: Für wen sich die aufpolierte Rürup-Rente lohnt

- Der Staat unterstützt seine Bürger bei zwei privaten Altersvorsorge-Modellen: Beim Sparen mit der Riester- und der Rürup-Rente. Während das Riestern boomt, war Rürup bislang kein Renner: Zu wenig rentabel, kompliziert, kaum bekannt. Jetzt sind seit einigen Wochen die Steuerzügel gelockert. Damit hat ein Rürup-Vertrag nun das Potenzial zum Steuersparmodell ­ aber längst nicht für jedermann, sondern vor allem für ältere Top-Verdiener, Selbstständige oder wohlhabende Rentner.

Wer profitieren will, muss jedoch weiter viele "dicke Kröten schlucken", sagt Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern. Grob vereinfacht, funktioniert das Konzept so: Freiwilliges Sparen mit Rürup, auch Basis- oder Leibrente genannt, wird vom Staat belohnt. Der Versicherte darf seine Beiträge absetzen und damit seine Steuerlast drücken. Im Ruhestand, frühestens ab dem 61. Lebensjahr, wird eine lebenslange monatliche Rente ausgezahlt. Die muss aber wiederum versteuert werden.

Interessant kann die Leibrente für Selbstständige und Freiberufler sein, die nicht rentenversicherungspflichtig sind. Was das Modell bisher oft zum schlechten Geschäft machte, war die sogenannte Günstigerprüfung des Finanzamts. Die meisten Selbstständigen konnten ihre Beiträge nicht wie erhofft absetzen. Ihre Ausgaben für Kranken- und Lebensversicherungen waren schon so hoch, dass für Rürup-Beiträge kein Steuerspareffekt mehr übrig blieb. Das sprach sich offenbar herum: Seit Einführung im Januar 2005 wurden bis Ende September 2006 laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) nur knapp 250\x0f000 Leibrenten-Verträge verkauft. Mit den Nachbesserungen im Jahressteuergesetz 2007 fällt die Günstigerprüfung weg. Und zwar rückwirkend. Ab 1. Januar 2006 wirkt sich nun jeder investierte Cent steuersparend aus. Wer im vergangenen Jahr einen Vertrag abschloss, profitiert bereits.

"Rürup kann sich nun für viele lohnen", sagt Susanne Meunier, Altersvorsorgeexpertin von "Finanztest". Der GdV erwartet für dieses Jahr deutlich höhere Verkaufszahlen für das aufpolierte Rentenmodell. Verbraucherschützer befürchten dagegen, dass sich Interessenten vom Steuerspareffekt blen

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