Steuerbelastung für Rentner: Kluge Vorsorge hält Fiskus auf Distanz

- Ab diesem Jahr müssen Ruheständler 52 Prozent ihrer Altersbezüge beim Finanzamt abrechnen. Und die Belas-tung steigt weiter: Bis zum Jahr 2020 erhöht sich der zu versteuernde Anteil für jeden Neurentnerjahrgang um zwei Prozent, danach steigt er jährlich um einen Prozentpunkt an. Ab 2040 sind dann gesetzliche und betriebliche Renten sowie Pensionen zu 100 Prozent der Einkom-mensteuer unterworfen.

Doch dank des Grundfreibetrages von derzeit 7664/15 328 Euro für Ledige/Eheleute, Werbungskosten und Sonderausgaben bleibt ein Gutteil der Rente steuerfrei (siehe Grafik). "Senioren müssen sich zwar auf steigende Steuerbelastung einstellen, aber sie können gegensteuern", so Bernd Katzenstein vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA). Da Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) nunmehr steuerlich gefördert werden, könnten Einzahler von Steuervorteilen profitieren. Immerhin seien 2006 bis zu 62 Prozent der Rentenbeiträge (maximal 12 400 Euro, inklusive Arbeitgeberanteil) als Sonderausgabe absetzbar. "Wer die Steuerentlastung konsequent in die private Altersvorsorge investiert, der braucht sich im Alter keine Sorgen zu machen", meint Katzenstein.

Riester-Rente

Stiftung Warentest und DIA empfehlen die Riester-Rente als Vorsorgeergänzung. Staatliche Zulagen und Steuererstattungen sorgen dafür, dass Riester-Sparer mit moderaten Eigenbeiträgen einen soliden Kapitalstock aufbauen können. Vorsorgeexperten beider Organisationen errechneten, dass sowohl Eltern über Grund- und Kinderzulagen als auch Gutverdiener über den Sonderausgabenabzug Förderquoten von über 50 Prozent erreichen können. Über die Hälfte des Vorsorgekapitals sponsert im günstigen Fall der Staat. "Addiert man hierzu die Steuererstattung, die sich aus der Absetzbarkeit der gesetzlichen Rentenbeiträge ergibt, vermindert sich der verbleibende Eigenaufwand deutlich", so Katzenstein. Aber: Die Riester-Rente wird in der Auszahlphase voll besteuert.

Privatrente

"Wer im Alter seine Steuerbelastung niedrig halten möchte, der sollte auf private Vorsorgeformen setzen, die vom Fiskus kaum erfasst werden", rät Andrea Hoffmann von der Verbrauchzentrale Sachsen. Bei der privaten Rentenversicherung werden nur 18 Prozent der Auszahlungen besteuert, wenn der Eintritt in den Ruhestand mit 65 Jahren erfolgt. Für jedes Jahr, das die Privatrente früher startet, steigt der Steueranteil um ein Prozent. Unterm Strich beträgt die Steuerlast nur etwa ein Drittel im Vergleich zur aktuellen Besteuerung der gesetzlichen Rente. Da deren Steuerbelastung aber weiter steigt, wird es künftig sogar nur ein Fünftel sein. Positiv: Privatrenten zahlen garantiert ein Leben lang. Nachteil: Die Beiträge sind nicht steuerbegünstigt.

Fondssparen

Fast ohne Steuerabzug kommen Aktienfondssparpläne aus. Sie erzielen Renditen überwiegend durch Kursgewinne, und die sind nach einem Jahr steuerfrei. Zwar möchte die Bundesregierung eine Pauschalsteuer von 20 Prozent auf Kursgewinne einführen, doch selbst dann wären Auszahlungen aus Aktienfondssparplänen im Vergleich zu betrieblichen und gesetzlichen Renten vom Fiskus begünstigt.

Eigene Immobilie

Gut haben es Immobilienbesitzer. "Das selbst genutzte Eigenheim ist steuerfrei, und dies soll nach dem Willen des Gesetzgebers auch so bleiben", erklärt Kurt Gerlach, Bauexperte der Gladbacher Bank. Damit ist Wohneigentum "ein wichtiger Baustein privater Altersvorsorge".

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