Steuerberater fordern einfacheres Recht

- Berlin - Die Bundessteuerberaterkammer (BSTBK) hat die künftige Regierung aufgefordert, das deutsche Steuerdickicht zu lichten. Veränderungen dürfen nicht mehr länger hinausgeschoben werden, sagte Kammer-Präsident Klaus Heilgeist. Das deutsche Fiskalsystem sei mit rund 100 000 Vorschriften nicht nur das umfangreichste der Welt. Es sei auch unverständlich, chaotisch und nicht effizient. Um zu zeigen, was aus Sicht der rund 77 000 deutschen Steuerberater getan werden könnte, hat die BSTBK einen Katalog mit über 100 - teils brisanten - Änderungsvorschlägen veröffentlicht.

"Für echte Nettoentlastung der Steuerpflichtigen ist kaum Spielraum vorhanden", sagte Heilgeist. Es müsse daher auf eine Entbürokratisierung gesetzt werden. So sollte beispielsweise stets die Kosten-Nutzen-Relation von Steuernormen berücksichtigt werden. Auch sollte der Bundestag pro Jahr nur noch ein Steuergesetz verabschieden, um Planungssicherheit zu schaffen.

Zum wiederholten Male regt die BSTBK auch an, die Gewerbesteuer abzuschaffen, da sie bei ausländischen Investoren auf Unverständnis treffe. Die Einnahmeausfälle der Gemeinden könnten nach Ansicht der Steuerberater durch einen kommunalen Zuschlag auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer ersetzt werden. Die Kommunen lehnten solche Modelle in der Vergangenheit jedoch stets ab. Eine andere Forderung der Steuerberater sorgte bereits im Wahlkampf für Furore: Die schrittweise Abschaffung der Steuerfreiheit von Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschlägen. Die Allgemeinheit zahle für die Freizeitopfer einer bestimmten Personengruppe rund eine Milliarde Euro pro Jahr, heißt es in den Thesen der Kammer. Vielmehr sollte dies von den Arbeitgebern belohnt werden.

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