Steuerbonus für Nervenstarke

München - Egal ob zur Depotabsicherung, Kapitalanlage oder Spekulation. Termingeschäfte bieten vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Allerdings gilt: Das Risiko ist weit größer als bei klassischen Anlageformen. Ebenso wie bei diesen bringt die Abgeltungssteuer grundlegende Veränderungen.

Während viele Privatanleger schon mal Erfahrungen mit Optionsscheinen gemacht haben, sind reine Optionen eher Anlageprofis und institutionellen Investoren vorbehalten.

Wie funktioniert es?

Wie der Name schon sagt, ist bei Termingeschäften ein Fälligkeitstag zu beachten. Bis zu diesem Tag muss sich der Inhaber entscheiden, entweder sein Optionsrecht auszuüben oder das Papier an der Börse weiterzuverkaufen. Termingeschäfte kann man auf einzelne Aktien, Indizes, Währungen oder auch auf Rohstoffe abschließen.

Wer beispielsweise einen Optionsschein auf die Siemens-Aktie hat, der am 30. 9. endfällig ist, sollte bis zu diesem Tag entweder die Aktien zum vereinbarten Bezugspreis kaufen oder den Schein über die Börse verkaufen. Nach dem 30. 9. ist der Schein wertlos.

Die Chance auf größere Kursgewinne, aber auch das Risiko, viel Geld zu verlieren, ist bei Termingeschäften hoch. Da die Papiere sich überproportional zum Basistitel bewegen, sind auch während der Laufzeit die Schwankungsbreiten immens. Da ist es gut möglich, dass ein zweiprozentiger Kursrückgang bei der Siemens-Aktie den Schein um 15 Prozent in die Knie zwingt. Aufgrund des erhöhten Risikos müssen Anleger beim Kauf von Optionsscheinen oder Optionen auch eine gesonderte Finanztermingeschäftsfähigkeit bei ihrer Bank unterschreiben.

Auch wenn Optionen und Optionsscheine oft in einem Atemzug genannt werden, gibt es doch grundlegende Unterschiede: Optionen werden ausschließlich an Terminbörsen (z. B. an der Eurex) gehandelt und haben in der Regel kurze Laufzeiten. Optionsscheine werden zumeist von Banken emittiert und wie Aktien an der Börse notiert. Die Unternehmen selbst geben zumeist Optionsscheine in Kombination mit einer Anleihe (z. B. Wandelanleihe) heraus. Während Optionen standardisiert sind, kann man bei Optionsscheinen aus einer bunten Palette verschiedener Konstruktionen auswählen. Die Laufzeiten sind häufig länger als bei Optionen.

Die Strategie

Obwohl bei Termingeschäften das Risiko deutlich höher ist als beim Kauf einer Aktie, setzen auch Privatanleger auf diese Form der Kapitalanlage: Mit sogenannten Put-Optionsscheinen kann man zum Beispiel auf fallende Märkte setzen. Diese steigen dann überproportional an, wenn der entsprechende Basiswert fällt. Mit einem Dax-Put-Optionsschein kann man etwa sein Depot vor größeren Kursrückschlägen schützen. Dieser steigt dann nämlich, wenn der Dax fällt. Wer Optionsscheine kaufen möchte, sollte sich aber unbedingt ausführlich über die Chancen und Risiken dieser Anlageform beraten lassen.

Die Abgeltungssteuer

Wer Optionsscheine hat, profitiert von der Abgeltungssteuer: Bisher müssen Gewinne aus Termingeschäften mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden (Freigrenze 512 Euro). Ausnahme: Wer die Papiere mehr als ein Jahr hält, konnte den Wertzuwachs bisher steuerfrei vereinnahmen. Das kommt aber bei Termingeschäften nicht so häufig vor. Das Halbeinkünfteverfahren kommt bei dieser Anlageform nicht zur Geltung.

Ab 2009 gibt es die Spekulationsfrist nicht mehr. Gewinne aus Termingeschäften müssen dann pauschal mit 25 Prozent (plus Soli/Kirchensteuer) versteuert werden. Der Steuerabzug erfolgt künftig nicht mehr über die Steuererklärung, sondern wird direkt vom Kreditinstitut einbehalten. Mit Einführung der Abgeltungssteuer dürfen Verluste ohne Einschränkung auch mit anderen Erträgen wie Kursgewinnen oder Zinsen verrechnet werden.

Wer sich für die Ausübung eines Optionsscheines entscheidet und Aktien erhält, profitiert bis zum Jahresende noch von der Altfallregelung. In diesem Fall sind Kursgewinne nach der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei. Bei Einbuchung ab dem 1. 1. 2009 unterliegen sämtliche Erträge der erhaltenen Aktie der Abgeltungssteuer.

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