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Eine Steuererklärung kann sich auch für Studenten lohnen. Wer ein Erststudium absolviert, sollte die Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts im Blick behalten.

Hilfe im Papierkrieg mit dem Fiskus

Tipps für die Steuererklärung: So lohnt sie sich

München - Auf der Liste der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen rangiert die jährliche Steuererklärung für viele Bürger auf einem der letzten Plätze. Doch wer sich überwindet, wird mit einem satten Stundenlohn belohnt.

„Rund 900 Euro Steuererstattung können Arbeitnehmer im Schnitt mit ihrer Steuererklärung einheimsen“, weiß der Steuerberater Wolfgang Wawro. Braucht man für den Papierkrieg rund vier Stunden, macht das 225 Euro pro Stunde. Und für viele ist sogar noch mehr Geld drin.

Steuererklärung: Pflicht oder Kür?

Für Arbeitnehmer, die während des Jahres nur bei einem Arbeitgeber in Lohn und Brot standen und weder Nebeneinkünfte noch Lohnersatzleistungen erzielten, ist die Abgabe der Steuererklärung in den meisten Fällen freigestellt. Trotzdem kann sich die Abgabe lohnen: Etwa, wenn man hohe Werbungskosten geltend machen kann, nicht ganzjährig erwerbstätig war oder sich die eigene Lebenssituation zum Beispiel durch eine Heirat wesentlich geändert hat. Zur Pflicht wird die Steuererklärung dagegen für Arbeitnehmer, die neben ihrem Gehalt noch weitere Einkünfte oder Lohnersatzleistungen, wie etwa Elterngeld, in Höhe von mehr als 410 Euro erzielt haben. Oder wenn man im vergangenen Jahr bei mehreren Arbeitgebern (mit Steuerklasse VI) gearbeitet hat. Oder wenn beide Ehegatten mit der Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit Faktor gearbeitet haben. Auch ein auf der Lohnsteuerkarte vermerkter Freibetrag verpflichtet zur Abgabe einer Steuererklärung. Selbstständige, Vermieter und Rentner müssen eine Steuererklärung machen, wenn ihr Einkommen den Grundfreibetrag von 8354 Euro (Ledige) beziehungsweise 16 708 Euro (Verheiratete) übersteigt.

Termine, Termine!

Steuerzahler, die zur Abgabe der Steuererklärung für 2014 verpflichtet sind, müssen ihre Unterlagen spätestens zum 1. Juni 2015 beim Finanzamt eingereicht haben. Hilft ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein, endet die Frist am 31. Dezember 2015. Wer freiwillig in den Papierkrieg mit dem Fiskus ziehen will, kann die Steuererstattung für 2014 bis spätestens zum 31. Dezember 2018 beantragen.

Elektronische Steuererklärung: Schneller mit Elster

Die Finanzämter werben damit, dass sie elektronische Steuererklärungen schneller bearbeiten und Steuererstattungen so zügiger auf dem Konto des Steuerzahlers landen.

Die Finanzverwaltung bietet seit 2014 im Internet einen neuen Service an – die vor-ausgefüllte Steuererklärung. Damit sollen bequeme Steuerzahler Zeit und Mühe sparen. Mit einem kostenlosen Zertifikat können sie sich über das Elster-Portal (www.elsteronline.de) registrieren und für den Datenabruf freischalten lassen und dann alle ihre beim Fiskus gespeicherten Basisdaten abrufen. Die Angaben werden direkt in die elektronische Steuererklärung übertragen – das lästige Abtippen von Belegen für Krankenkassen- und Riesterbeiträge sowie die Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers entfallen. Tipp: Die vorausgefüllten Angaben sollten unbedingt überprüft werden, um fehlerhafte Daten korrigieren zu können.

Einkommenssteuererklärung: Der Mantelbogen

Den vierseitigen Mantelbogen muss jeder Steuerzahler ausfüllen. Neben den persönlichen Daten sind besonders die Rubriken „Sonderausgaben“ und „Außergewöhnliche Belastungen“ von Interesse. Hier winkt eine Erstattung vom Fiskus. Zu den Sonderausgaben zählen unter anderem Unterhaltszahlungen an geschiedene oder getrennt lebende Ehepartner (bis zu 13 805 Euro absetzbar, die eigene Berufsausbildung oder ein Erststudium (bis 6000 Euro) oder die bezahlte Kirchensteuer. Außergewöhnliche Belastungen können Krankheits- und Kurkosten oder Aufwendungen für die Beseitigung von Unwetterschäden sein.

Einkommenssteuererklärung: Die Anlage N

Die ist besonders für Arbeitnehmer interessant. Denn hier können Werbungskosten angesetzt werden, das lohnt sich allerdings erst bei Kosten von mehr als 1000 Euro, denn jeder Arbeitnehmer erhält automatisch einen Pauschbetrag in dieser Höhe. Allerdings schafft schon die Pendlerpauschale von 30 Cent je Entfernungskilometer bereits bei 220 Arbeitstagen und einem Arbeitsweg von 16 Kilometern leicht den Sprung über den Pauschbetrag.

Mehr Informationen

zum Thema, unter anderem zu Anlage K – für Kinder – gibt es unter Fax-Abruf 09001/25 26 65 50 (1 Minute = 0,62 Euro) bis 15. Mai 2015 Das Fax-Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken. Kein Fax? Dann senden Sie einen mit 0,90 Euro frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken, Stichwort „Steuererklärung 2014“ an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf.

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