+
Elektrofahrzeuge wie der grüne VW-Käfer, der auf der letzten Hannover Messe zu sehen war, werden steuerlich gefördert. Statt fünf bleiben sie künftig zehn Jahre lang Kfz-steuerfrei.

Was sich 2013 alles ändert

Steuergeschenke und Fördergaben

Arbeitnehmer, Familien und Verbraucher müssen sich im neuen Jahr auf zahlreiche Änderungen einstellen. Auch für Autofahrer ändert sich einiges. In einer kleinen Serie geben wir einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

Heute zum Thema Steuern.

Trotz Schuldenkrise und Konsolidierung des Staatshaushalts möchte die Bundesregierung die Bundesbürger entlasten. Dank gestiegener Steuereinnahmen und prall gefüllter Sozialkassen sollen Beschäftigte von Abgaben entlastet, Familien besser finanziell unterstützt und umweltfreundliche Autofahrer mit Steuervorteilen gelockt werden. Die Neuerungen im Überblick:

Dieselfilter

Im Jahr 2013 hält der Bund 30 Millionen Euro für die Nachrüstung von Rußpartikelfiltern für ältere Dieselfahrzeuge bereit. Interessenten sollten sich allerdings beeilen, denn laut Bundesumweltministerium sind bereits zehn Millionen Euro, die für das nächste Jahr vorgesehen sind, vergeben. Dieses Jahr war der Fördertopf bereits im Sommer ausgeschöpft. Für alle Nachrüstungen ab 2013 erhalten Antragsteller noch Fördergelder in Höhe von 260 Euro je Fahrzeug. Die Gesamtkosten für eine Nachrüstung liegen je nach Modell zwischen 650 und 1500 Euro.

Ehegattensplitting

Die steuerlichen Veranlagungsformen für Ehegatten werden von sieben auf vier Varianten reduziert. Neben der Zusammenveranlagung mit Ehegatten-Splitting gibt es künftig drei Formen der Einzelveranlagung: ein Ehegatten-Splitting mit Grundtarif, ein Witwen-Splitting und eine Variante mit Sonder-Splitting für Geschiedene im Trennungsjahr. Bei der neuen Einzelveranlagung werden die Einkünfte für jeden Ehegatten getrennt ermittelt und die jeweils vom anderen Partner bezogenen Einkünfte dazu addiert. Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen erhält derjenige Ehegatte, der die Aufwendungen wirtschaftlich trägt. Wichtig ist, dass Eheleute bei Abgabe der Steuerklärung festlegen, welche Veranlagungsart für sie am günstigsten ist, da eine rückwirkende Veränderung der gewählten Veranlagungsart – im Gegensatz zu bisher – künftig nicht mehr möglich ist. Hierzu empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Steuerberater.

Elektrofahrzeuge

Käufer von E-Autos genießen künftig umfangreichere Steuervergünstigungen: So bleiben Elektrofahrzeuge zehn statt fünf Jahre Kfz-steuerfrei. Gelten wird die Neuregelung für Autos mit reinem Elektroantrieb oder mit Brennstoffzelle für Zulassungen zwischen 18. Mai 2011 und 31. Dezember 2015. Elektroautos mit Zulassung von 2016 bis 2020 sollen wie bisher fünf Jahre steuerfrei sein.

Lohnsteuerkarte

Mit gut einjähriger Verspätung startet die elektronische Lohnsteuerkarte „ELSTAM“ Anfang 2013. Noch in diesem Jahr sollten Beschäftigte aber ihre Lohnsteuer-Freibeträge für 2013 neu beantragen. Wer das übersieht, zahlt 2013 sonst vorerst zu viel Steuern. Für 2012 beantragte Freibeträge verlieren nämlich 2013 ihre Gültigkeit – und müssen daher für das kommende Jahr neu beantragt werden. Dazu zählen etwa Freibeträge bei Berufspendlern oder für volljährige Kinder. Eine Ausnahme stellen Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung und Hinterbliebene dar, die bereits über das Jahr 2012 hinaus gewährt wurden. Sie behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Zur Vermeidung langer Wartezeiten empfehlen Vertreter der Finanzbehörden, den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für 2013 per Post einzureichen. Die dafür erforderlichen Vordrucke stehen im Internet auf den Seiten der Steuerverwaltung bereit.

Grundfreibetrag

Steuerzahler sollen ab 2013 einen höheren steuerlichen Grundfreibetrag genießen. Allerdings steckt das Gesetz derzeit im Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag fest. Dass eine Erhöhung kommen wird, gilt als sicher, wie hoch diese letztlich ausfällt, noch nicht. Geplant ist derzeit, dass der Grundfreibetrag 2013 um 126 Euro auf 8130 Euro steigt. Ab 2014 soll er um weitere 224 Euro steigen. Damit folgt die Bundesregierung dem neunten Existenzminimumbericht, der festschreibt, dass der Steuerfreibetrag für Erwachsene bis 2014 um 348 Euro auf 8352 Euro anzuheben ist. Neben der Erhöhung des Grundfreibetrags enthält das Gesetz auch Anpassungen von Steuereckwerten. Damit soll verhindert werden, dass der Steuertarif durch die Erhöhung des Grundfreibetrags steiler wird. Die Steuerzahler sollen stärker von der Wirkung der kalten Progression entlastet werden.

Übungsleiter

Ab 2013 wird der sogenannte Übungsleiterfreibetrag von 2100 auf 2400 Euro angehoben. Nebentätigkeiten als Trainer, Ausbilder, Erzieher, Betreuer und Künstler sind bis zu dieser Grenze steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn sie für eine gemeinnützige Organisation geleistet werden oder mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen. Über den Freibetrag hinaus darf der steuerfreie Verdienst weitere 450 Euro im Monat betragen, ohne dass es auf die wöchentliche Arbeitszeit ankommt.

Kapitalerträge

Banken und Sparkassen müssen ab 2013 auch dann Kapitalerträge an das Bundeszentralamt für Steuern melden, wenn diese eigentlich wegen einer „Nichtveranlagungsbescheinigung“ vom Abzug der Kapitalertragsteuern freigestellt sind oder die Kapitalertragsteuer erstattet worden ist. So will der Staat überwachen, dass der Steuerpflichtige seine Angaben zu den Kapitalerträgen auch wahrheitsgemäß gemacht hat.

Max Geissler, Brigitte Watermann und Peter Weissenberg

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Spanien senkt Wachstumserwartungen wegen Katalonien-Konflikt
Madrid (dpa) - Die spanische Regierung hat wegen des Katalonien-Konflikts die Wachstumserwartungen für das kommende Jahr gesenkt.
Spanien senkt Wachstumserwartungen wegen Katalonien-Konflikt
Staat verdient mehr an Rauchern
Wiesbaden (dpa) - Der deutsche Fiskus hat mehr an Rauchern verdient. Im dritten Quartal wurden 7,2 Prozent mehr versteuerte Zigaretten produziert als im …
Staat verdient mehr an Rauchern
Lagarde zu Premier Tsipras: IWF voll des Lobes für Griechen
Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds ist voll des Lobes für die Reformen im lange krisengeschüttelten Griechenland.
Lagarde zu Premier Tsipras: IWF voll des Lobes für Griechen
Aldi-Rückruf: Salmonellen in Salami entdeckt
Wegen eines Salmonellen-Fundes ist die ausschließlich bei Aldi Nord verkaufte Salami Piccolini zurückgerufen worden.
Aldi-Rückruf: Salmonellen in Salami entdeckt

Kommentare