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Ab 1. Januar 2014 treten für Bürger wichtige Veränderungen in Kraft.

Die wichtigsten Fakten

Steuern, Arzt, Einkauf: Das ändert sich 2014

Berlin - Beim Arzt wird die Versichertenkarte mit Foto ein Muss, Hartz-IV-Empfänger bekommen mehr Geld. regionale Lebensmittel sind besser zu erkennen: Wichtige Änderungen ab 1. Januar.

GESUNDHEIT UND PFLEGE: Alle Versicherten ab 15 Jahren müssen ab Januar die neue Krankenversichertenkarte mit Foto nutzen. Ausgenommen von der Regelung ist nur, wer sich nicht fotografieren lassen kann, etwa wegen Bettlägerigkeit. Das Benotungssystem für Pflegeheime wird strenger: Die Messlatte für eine "sehr gute" Bewertung wird heraufgesetzt. Zudem werden besonders wichtige Einzelbereiche im Bewertungsbogen hervorgehoben.

GRUNDSICHERUNG: Der Hartz-IV-Regelsatz steigt von 382 Euro auf 391 Euro. Die Regelsätze für die im Haushalt lebenden Partner und Kinder erhöhen sich anteilig.

FREIZÜGIGKEIT: Rumänen und Bulgaren dürfen ab Januar uneingeschränkt in Deutschland und den anderen EU-Staaten arbeiten. Die Übergangsbestimmungen, die für diese beiden Länder galten, laufen aus.

ENERGIE: Die Ökostrom-Umlage steigt ab Januar um 0,963 Cent auf 6,240 Cent. Gleichzeitig wird die Einspeisevergütung für mittelgroße Photovoltaikanlagen gedrosselt. Nur noch 90 Prozent des erzeugten Solarstroms wird nach dem festen Einspeisetarif vergütet. Die restlichen zehn Prozent sollen Anlagebetreiber selbst nutzen oder weitervermarkten. Wer beides nicht tut, bekommt für die letzten zehn Prozent eine niedrigere Vergütung.

POST: Die Post erhöht ihr Briefporto von 58 auf 60 Cent. Teurer werden außerdem Einschreiben sowie Päckchen und Pakete. Wer Päckchen bis zwei Kilo in der Postfiliale abgibt, kann sich die neun Cent Preiserhöhung sparen.

ERNÄHRUNG: Die Hersteller regionaler Lebensmittel dürfen ab Anfang 2014 ein blau-weißes "Regionalfenster" auf die Verpackung ihrer Waren drucken. Es soll darüber informieren, wo die Zutaten herkommen, wo ein Produkt verarbeitet und wo es verpackt wurde. Die Hersteller müssen dazu ein Zulassungs- und Kontrollverfahren durchlaufen.

WOHNEN: Vermieter dürfen nur noch geeichte Zähler für Warmwasser und Heizung nutzen. Hat der Vermieter alte Zähler nicht gegen geeichte Geräte ausgetauscht, darf der Mieter die anfallenden Kosten für Warmwasser und Heizung pauschal um 15 Prozent kürzen. Das gilt aber nur für die Anteile, die nicht korrekt gemessen wurden.

BAUEN: Wer per Riester-Sparplan fürs Eigenheim spart, kann das angesammelte Geld jederzeit ganz oder teilweise verwenden, um Schulden für die Immobilie zu tilgen. Zudem darf das Geld nun auch für den altersgerechten Umbau des Eigenheims nutzen.

VERSICHERUNG: Aus der Altersvorsorge per Riester-Sparplan lässt sich ab Januar mehr Geld in eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit und verminderte Erwerbstätigkeit und die Absicherung für Hinterbliebene stecken. Statt bisher 15 Prozent können fortan bis zu 20 Prozent der Altersvorsorgebeiträge - maximal aber 2100 Euro je Förderberechtigtem - für die übrigen Versicherungen eingesetzt werden. Zur Rürup-Rente kann ab 2014 eine separate Versicherung gegen Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung abgeschlossen werden.

ARBEIT: Die Verpflegungspauschalen für Geschäftsreisen werden ab Januar in zwei statt bisher drei Zeitintervallen berechnet. Das kommt denjenigen zugute, die beruflich viele Kurzreisen unternehmen: Eine steuerfreie Pauschale von zwölf Euro gibt es vom Arbeitgeber nun bereits bei einer Abwesenheit von acht Stunden. Wer 24 Stunden unterwegs ist, bekommt 24 Euro. Bei mehrtägigen Reisen erhalten Arbeitnehmer für An- und Abreisetag pauschal je zwölf Euro.

Wer nach einem Jobwechsel oder einer Versetzung auf eine Zweitwohnung angewiesen ist, kann für diese ab 2014 noch maximal 1000 Euro pro Monat als Werbungskosten geltend machen.

SILBERMÜNZEN: Sie werden ab dem 1.1. teurer. Beim Kauf werden 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig, nicht mehr wie bislang der ermäßigte Satz von sieben Prozent.

dpa

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