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Renovierungsarbeiten können bisher zum Teil von der Steuer abgesetzt werden. Der Steuerrabatt beträgt 20 Prozent der Handwerkerleistung – maximal 1200 Euro. Jetzt plädieren Experten dafür, den Handwerker-Bonus abzuschaffen.

Wie sinnvoll ist die Absetzbarkeit?

Handwerker-Bonus in Gefahr

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München - Wie sinnvoll ist die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen? Ein Gutachten für die Bundesregierung wirft diese Frage auf und meldet Zweifel an. Abgeschafft wird der Handwerker-Bonus dennoch nicht – zumindest vorerst.

Ob Renovierungsarbeiten, Gartengestaltung oder der Austausch der Heizung: Private Haushalte können Handwerkerleistungen zum Teil von der Steuer absetzen. 2006 wurde dieser sogenannte Handwerker-Bonus eingeführt – mit zwei Zielen: Die Konjunktur sollte an gekurbelt und Schwarzarbeit eingedämmt werden. Damals galt eine Obergrenze von 600 Euro – seit 2009 können maximal 1200 Euro abgesetzt werden. Grundsätzlich gilt: 20 Prozent der Arbeitskosten sind anrechenbar. Jedes Jahr kostet das den Staat 1,5 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Damit ist der Handwerker-Bonus die Nummer fünf auf der Liste der teuersten Steuervergünstigungen in Deutschland (siehe Kasten).

Rechnet sich das? Oder ist der Bonus eine kostspielige und doch wirkungslose Steuersubvention? Das haben Experten des Walter Eucken Instituts und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young untersucht. Das Resultate ist eine Studie, die Zweifel am Handwerker-Bonus in seiner jetzigen Form anmeldet. Das Gutachten, das unserer Zeitung vorliegt, zeigt zwar, dass Schwarzarbeit im Vergleich zu den Jahren vor Einführung der steuerlichen Förderung rückläufig ist. Diese Entwicklung lasse sich jedoch nur in geringem Maße auf die Steuerermäßigung gemäß § 35a Absatz 3 EStG (Handwerker-Bonus) zurückführen. Mehr als 90 Prozent der für die Studie befragten Haushalte gaben an, sie hätten Handwerkerleistungen auch ohne steuerlichen Anreiz ganz legal in Auftrag gegeben. Zudem sei der Bonus mit klar erkennbaren Mitnahmeeffekten verbunden – auch, weil gesetzlich vorgeschriebene Leistungen (etwa Kaminkehrerarbeiten) abgesetzt würden.

Das Fazit der Gutachter: Der Handwerker-Bonus ist nur bedingt wirksam bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit und zur Stärkung von Handwerk und Mittelstand. Die Empfehlung lautet deshalb, den Bonus abzuschaffen oder einzuschränken – aber auf keinen Fall auszuweiten.

Auf Basis dieser Ergebnisse brachte SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider die Abschaffung des Handwerker-Bonus ins Spiel. „Es besteht ganz offensichtlich Handlungsbedarf. Das kann der Finanzminister nicht ignorieren“, sagte er der „SZ“. Mit seinem Vorstoß steht der Haushaltspolitiker allerdings weitgehend alleine da. CDU und CSU lehnen einen Wegfall der Steuervergünstigung kategorisch ab. Sogar aus der eigenen Partei bekommt Schneider Gegenwind. „Ich bin für die Beibehaltung dieses Instruments, Handwerkerrechnungen müssen auch in Zukunft von der Steuer abgezogen werden können“, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) wies die Forderung nach Abschaffung der Subvention als „voreilig und unreflektiert“ zurück, und wies darauf hin, dass gesetzlich vorgeschriebene Tätigkeiten von Schornsteinfegern seit Anfang 2014 ohnehin nur noch eingeschränkt abzugsfähig seien.

Fest steht: Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält – zumindest vorerst – am Handwerker-Bonus fest. Derzeit gebe es keinen Handlungsbedarf, teilte ein Sprecher des Finanzministeriums gestern mit. Das Ministerium hatte die Studie zwar in Auftrag gegeben. Allerdings erfolgte die Evaluierung auf Wunsch des Bundestages. Das Gutachten wird jetzt im Bundestag geprüft.

Manuela Dollinger

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