Steuern: Neue Regeln fürs Arbeitszimmer

München - Für das Arbeitszimmer zuhause sollen bald wieder neue Regeln gelten. Viele Steuerzahler, die jahrelang leer ausgingen, können ihren heimischen Arbeitsplatz jetzt wieder abrechnen - nach den Übergangsregeln. Wie das geht, erläutert die Zeitschrift Finanztest in der Oktober-Ausgabe.

Lehrer, Außendienstler und Meisterschüler: Vor allem ihnen wurde 2007 der Schwarze Peter zugesteckt. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten sie für ihr Arbeitszimmer maximal 1250 Euro im Jahr beim Finanzamt als Werbungskosten abrechnen. Doch seit drei Jahren gilt: Nur wenn das Arbeitszimmer Mittelpunkt des Berufs ist, gibt es Geld zurück. Weil das gegen die Verfassung verstößt, verlangt das Bundesverfassungsgericht jetzt, dass sich das Gesetz wieder ändert - das Bundesfinanzministerium arbeitet mit Hochdruck an einer Neuregelung. Was bis dahin gilt, erklärt die Zeitschrift „Finanztest“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

Wie lauten die Übergangsregeln?

„Bis eine Neuregelung Bundestag und Bundesrat passiert hat, gelten nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums Übergangsregeln“, berichtet Finanztest. So kann jeder bis zu 1250 Euro nachgewiesene Kosten im Jahr in seiner Steuererklärung abrechnen. Bedingung: Man darf keinen Arbeitsplatz außer dem heimischen haben für die Tätigkeiten, die man dort erledigt. Finanztest rät, sich vom Chef dafür eine Bestätigung geben zu lassen. Bei den Übergangsregeln kommt zum Beispiel ein Lehrer zum Zug, der seine Korrekturen und Unterrichts-Vorbereitungen zuhause erledigen muss, weil er in der Schule keinen Ort dafür hat. Oder ein Handelsvertreter, der nur daheim einen Schreibtisch hat, weil er viel unterwegs ist. Zum Vergleich: Früher konnten weder Lehrer noch Handelsvertreter ihre Arbeitszimmer absetzten, da es nicht der Ort ist, wo sie hauptsächlich tätig sind.

Lässt man das Arbeitszimmer nun im Steuerbescheid abrechnen, bleibt dieser vorläufig. Das Finanzamt zahlt die Steuererstattung aber trotzdem schon aus. Sieht die Neuregelung später einen geringeren Höchstbetrag vor, verlangt das Amt den zu viel erstatteten Betrag zurück. Eine vorläufige Steuererstattung kann man auch für offenen Steuerbescheide seit dem Jahr 2007 beim Finanzamt beantragen.

Was ändert sich nicht?

Keine Chancen hat weiterhin, wer trotz eines Arbeitsplatzes in der Firma zuhause arbeitet. Schlechte Karten hat man außerdem, wenn man nicht nur 1250 Euro absetzen will, sondern die gesamten Kosten fürs Arbeitszimmer. Das nicken die Finanzbeamten nur ab, wenn das Arbeitszimmer Dreh- und Angelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist. Sobald zur Heimarbeit Außendienst im größeren Rahmen hinzukommt, spielt das Finanzamt nicht mehr mit. Entscheidend ist, wo der inhaltliche Schwerpunkt des Berufes liegt - im Arbeitszimmer oder im Außendienst.

Was gilt als Arbeitszimmer?

Eine Bedingung für ein Arbeitszimmer ist, dass es fast nur zum Arbeiten genutzt wird. Da muss auch die Einrichtung stimmen: Gästebett, Fernseher oder Kühlschrank gefährden eine Anerkennung. Das Arbeitszimmer muss separat sein - eine Arbeitsecke im Wohnzimmer gilt nicht. Allerhöchstens darf es noch ein Durchgang zum Schlafzimmer oder Balkon sein. Außerdem müssen die übrigen Räume zum Wohnen ausreichen. Der Steuerzahler sollte damit rechnen, dass sich ein Prüfer vom Finanzamt zur Kontrolle anmeldet. „Er begutachtet auch die Einrichtung“, berichtet Finanztest.

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