Steuerreform 2004: Statt abwarten Vorteile bereits dieses Jahr sichern

- Die Steuerreform kommt. Selbst wenn die dritte Stufe doch nicht vorgezogen wird, die zweite Stufe tritt in jedem Fall in Kraft. Wer schlau ist, wartet nicht einfach ab, sondern handelt steueroptimierend. Das Prinzip: steuerwirksame Ausgaben vorziehen, steuerwirksame Einnahmen hinausschieben.

<P>Wenn man das tut, drückt man 2003 das Einkommen bei einem höheren Steuersatz, während die Einnahmen 2004 einer geringeren Steuerbelastung unterliegen.</P><P>Arbeitsmittel kaufen</P><P>Für Arbeitnehmer gibt es nur wenige Möglichkeiten: Arbeitsmittel kaufen, Arbeitskleidung und Ähnliches. Auch ein Computer wird heute in der Regel anerkannt. Doch da kann man in die Falle tappen: Da Rechner, Bildschirm und Drucker sowie anderes Zubehör eine Einheit bilden, wird der Preis zusammengerechnet - und ist damit in der Regel zu hoch, um auf einen Schlag berücksichtigt zu werden. Dann wird nur ein Drittel (bei Käufen in der zweiten Jahreshälfte nur ein Sechstel) berücksichtigt.</P><P>410-Euro-Grenze beachten</P><P>Nur Dinge, die unter 410 Euro (mit 16 % Mehrwertsteuer 475,60 Euro) kosten, können auf einen Schlag abgeschrieben werden. Die Ersatzbeschaffung eines Druckers, Scanners oder Bildschirms zum bereits abgeschriebenen Computer dagegen geht im Normalfall problemlos durch.</P><P>Vermieter</P><P>Vermieter könnten eine Modernisierung oder Renovierung ins laufende Jahr vorziehen. Kosten wie Müllgebühren, Versicherungsbeiträge oder Grundsteuer für 2004 können Vermieter schon vor der Fälligkeit zahlen. Auch ist es von Vorteil, Einnahmen wie etwa die Nebenkosten so in Rechnung zu stellen, dass sie erst 2004 auf dem Konto eingehen und dann versteuert werden.</P><P>Anleger</P><P>Anleger könnten ihr Depot umschichten und Papiere kaufen, die erst 2004 oder später Zinsen oder Dividenden bringen. Und wer Depotgebühren oder ein Beraterhonorar für das nächste Jahr bereits 2003 überweist, kann dies noch in der Steuererklärung 2003 absetzen.</P><P>Ist der Freibetrag von 1601/3202 Euro (Alleinstehende/Ehepaare) ausgeschöpft, kann es sich lohnen, die Abrechnung von Zinsen und Dividenden auf spätere Jahre zu verschieben. Dann müssen Sie weniger Steuern zahlen. Sind Ihre Kapitaleinnahmen dann niedriger als der Freibetrag, können Sie den Anteil des Finanzamts bis auf null drücken. Das gelingt z.B. mit Bundesschatzbriefen Typ B, auf- oder abgezinsten Bank- und Sparkassenbriefen und Zerobonds. Dafür sind Zinsen erst am Ende der Laufzeit oder beim Verkauf fällig, deshalb muss auch die Abrechnung mit dem Finanzamt erst zu diesem Zeitpunkt erfolgen.</P><P>Sehen Anleger, dass sie ihren Freibetrag überstrapaziert haben, kann ein anderer Schachzug weiterhelfen. Sie können vor dem Jahreswechsel festverzinsliche Wertpapiere kaufen, deren Zinszahlungstermin erst im neuen Jahr ist. Dann müssen sie die bis zum Verkaufstag noch nicht ausgeschütteten Zinsen mitbezahlen. Sie heißen Stückzinsen und haben sich seit dem letzten Zinszahlungstermin angesammelt. Derartige Stückzinsen mindern die Steuerlast 2003. Sie können wie negative Kapitalerträge mit Zinseinkünften des laufenden Jahres verrechnet werden.</P><P> </P>

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