Steuerreform: Pendler werden belastet

- München - Mehr Geld soll dem Bürger seit dem 1. Januar durch das Vorziehen der Steuerreformstufe bleiben. Dafür wurden Vergünstigungen gekürzt oder fielen weg, wie beispielsweise bei den Zuschüssen der Arbeitgeber für Nahverkehrstickets. Diese sind seit Jahresbeginn nicht mehr steuerfrei.

<P>"Die Steuerbefreiung wurde durch das Haushaltsbegleitgesetz aufgehoben", erklärt Ralf Alefs, Steuerexperte der Industrie- und Handelskammer in München. Dadurch sollen nach dem Willen der Bundesregierung die Steuersenkungen teilweise gegenfinanziert werden. Der Arbeitgeberzuschuss gilt jetzt als Teil des Bruttolohns und ist grundsätzlich lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig. <BR><BR>Allerdings besteht laut Alefs für den Arbeitgeber weiterhin die Möglichkeit, 15 Prozent der Zuschüsse als Pauschalsteuerbetrag zu bezahlen. "In diesem Fall merkt der Arbeitnehmer von der Gesetzesänderung nichts", erklärt Michaela Petermeier von der SSW Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft in München. Zahlt der Arbeitgeber die Pauschale nicht, fließe der Zuschuss wie der Arbeitslohn oder Sachbezüge in die Berechnung der Lohnsteuer mit ein. "Der Zuschuss ist dann wie eine Gehaltserhöhung", sagt die Expertin. </P><P>Nimmt man bei einem durchschnittlichen mittleren Einkommen einen Lohnsteuersatz von 30 Prozent an, wären für einen Zuschuss von monatlich 50 Euro 15 Euro fällig. Der Nettozuwachs für den Arbeitnehmer liege damit nur noch bei 35 Euro. Allerdings können laut Petermeier die Kosten für die Fahrkarte in voller Höhe als Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben werden. Bisher musste der steuerfreie Zuschuss des Arbeitgebers von den Fahrtkosten abgezogen werden.</P><P>Erwin Rumpel vom DGB-Bayern sieht die Gesetzesänderung kritisch. "Das geht zu Lasten des Arbeitnehmers." Außerdem sei das kontraproduktiv für den öffentlichen Nahverkehr. <BR>Allein im Münchner Einzugsgebiet sind bei den tausenden Berufspendlern 30 000 Arbeitnehmer betroffen, die eine so genannte Isar-Card-Job über ihren Arbeitgeber beziehen. <BR><BR></P>

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