Steuertrick für Riester-Sparer

München - Mit ungeförderten Riester-Verträgen schützen Anleger ihr Geld vor der Abgeltungssteuer. Allerdings sollten Sie dabei auf renditestarke Produkte achten.

Auch ohne staatliche Förderung kann sich "riestern" lohnen: wegen der Abgeltungssteuer. Wer mit solchen Produkten für den Ruhestand vorsorgt, dafür aber kein Geld vom Staat verwendet, schützt sein Geld nämlich vor dieser Steuer. Mit ungeförderten Verträgen können Anleger in renditestarke Riester-Fondssparpläne investieren, brauchen in der Ansparphase keine Steuern zu zahlen und kassieren bei der Ausschüttung den halben Gewinn steuerfrei.

Die Pläne für die Abgeltungssteuer sehen vor, dass ab 1. Januar 2009 Einnahmen aus Wertpapiergeschäften und Zinsen pauschal mit 25 Prozent - plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer - zu versteuern sind. Wer mit Aktienfonds spart, gehört zu den Verlierern der geplanten Regelung. Denn immer dann, wenn Anleger einen Fonds gegen einen anderen austauschen wollen, fällt künftig der neue Obolus für das Finanzamt an.

Im Gegensatz dazu profitieren nicht geförderte Riester-Sparer von den günstigeren Steuervorschriften für Lebensversicherungen. "Zahlen sie Beiträge, ohne dafür Zulagen oder Steuervorteile zu bekommen, in einen Riester-Fondssparplan ein, sind Kursgewinne, Dividenden und Zinsen in der Ansparphase steuerfrei", erläutert Markus Temme von Union Investment. Für solche Anleger gelten nicht die strengen Riester-Regeln. Sie brauchen sich zum Beispiel bei der Kapitalauszahlung nicht auf maximal 30 Prozent der Sparsumme zu beschränken.

Bei der Auszahlung kann der Riester-Sparer wählen, ob das Vermögen auf einen Schlag ausgezahlt werden soll oder er lieber eine lebenslange Rente bekommen möchte. In beiden Fällen muss er nur die Hälfte der Erträge mit seinem persönlichen Satz versteuern. Der Vorteil ist an zwei Bedingungen geknüpft: Der Vertrag muss mindestens zwölf Jahre bestanden haben und das Kapital darf nicht vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt werden.

Sparer sollten jedoch nicht nur an den Steuervorteil denken. Entscheidend für den Anlageerfolg sind die Qualität des Fondsmanagements sowie die Vertriebs- und Verwaltungskosten. Beide Aspekte sollten vor der Produktauswahl genau geprüft werden. "Wichtig ist, dass der ausgewählte Riester-Fondssparplan eine überdurchschnittliche Rendite erzielt", rät Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern. Allerdings ist die Wahlmöglichkeit bei zertifizierten Riester-Fondssparplänen stark eingeschränkt: Es gibt nicht einmal eine Handvoll Anbieter.

Nach Berechnungen der Stiftung Warentest haben die DWS-Toprente und die Uni-Profirente von Union Investment in den vergangenen Jahren die höchsten Nettorenditen erzielt. Bei der Uni-Profirente fließen die Sparraten bis zu 100 Prozent in den internationalen Aktienfonds UniGlobal, was hohe Renditen ermöglicht, aber auch starke Schwankungen verursachen kann. Weiteres Manko: Es stehen nur je ein Aktien- und Rentenfonds zur Auswahl. Sollten diese ihre bisherige gute Performance nicht behalten, gibt es für den Riester-Sparer keine Alternative. Bei der DWS Riester-Rente Premium fallen keine Ausgabeaufschläge an, stattdessen werden die Gebühren für die gesamte Laufzeit in den ersten fünf Jahren abgezogen. Nachteil für Sparer: Weil anfangs weniger Geld in den Fonds fließt, kommt am Ende auch weniger heraus.

Sparer können sich auf verschiedenen Wegen die Vorteile sichern. Erste Möglichkeit: Sie übersparen einen bestehenden Vertrag. Das heißt, dass sie mehr als den erforderlichen Höchstbetrag von 2100 Euro abzüglich Zulagen in ihren Sparplan einzahlen. Zweite Möglichkeit: Der Anleger schließt einen neuen ungeförderten Riester-Vertrag ab. Wer einen Riester-Vertrag übersparen will und auf eine Kapitalauszahlung Wert legt, sollte darauf achten, dass sein Vertrag dies vollständig zulässt. "Die 100-prozentige Auszahlung ist nicht immer möglich", mahnt Verbraucherschützer Larisch. Oftmals ist es auch sinnvoller, einen neuen Vertrag abzuschließen, wenn der maximale Förderrahmen bereits ausgeschöpft wurde. "Bei vorzeitiger Kündigung kommen Anleger unbürokratischer und schneller wieder an ihr ungefördertes Spargeld", rät Klaus Papenbrock vom Fondsanbieter Cominvest.

Nicht geförderte Riester-Fondssparpläne haben auch Nachteile. "Der Sparer muss sich langfristig binden", gibt Helga Schlosser von der Augsburger Aktienbank zu bedenken. "Will er kurzfristig an sein Geld, kostet das Rendite." Zudem muss er bei Riester-Fondssparplänen mit Abschluss- und Verwaltungsgebühren rechnen. Die Ausgabeaufschläge liegen zwischen 2 und 5 Prozent. Außerdem fallen Management-Gebühren an - je nach Fonds zwischen 0,6 und 1,65 Prozent. Hinzu kommen noch jährliche Depotgebühren zwischen 10 und 15 Euro.

Der Spar-Tipp: "Wer Riester-Fondsanteile bei einem freien Fondsvermittler kauft, erhält einen Rabatt beim Ausgabeaufschlag", empfiehlt Merten Larisch.

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