Stiftung Warentest kritisiert Apotheker

- Husten, Schnupfen, Verstopfung - viele Menschen gehen mit solchen Problemen gleich in die Apotheke. Der Slogan "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" legt nahe, dass in der Apotheke die gleiche Kompetenz anzutreffen ist wie in der Arztpraxis. Doch die Stiftung Warentest stellt dem Apothekenpersonal in ihrer Zeitschrift "Test" (Ausgabe 3/2004) ein miserables Zeugnis aus: Testkäufe in 50 Apotheken ergaben eine allenfalls "mäßige Bilanz" bei der Beratungsqualität.

<P>Die Testkäufer hatten nach Schnupfen- und Abführmitteln gefragt, die frei verkäuflich sind. Bei den Abführmitteln verkaufte jede zweite Apotheke ein darmreizendes Mittel, dessen Einnahme über einen längeren Zeitraum bedenklich ist. Bei den Schnupfenmitteln "patzte das Personal in 21 von 50 Gesprächen", so die Stiftung. </P><P>Immerhin ging in jedem zweiten Fall ein geeignetes Mittel über den Tisch. Häufig wurden Arzneien verkauft, deren Wirkstoffe langfristig zu einer "Abhängigkeit" der Nasenschleimhaut führen könnten. "Es ist die Pflicht der Apotheker, eine Beratung durchzuführen", erläutert Wolfgang Schuldzinski von der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen. "Jeder Patient ist aber auch selbst verantwortlich für seine Gesundheit." </P><P>Andere Erkrankungen und die Einnahme weiterer Medikamente müssen erwähnt werden, um Wechselwirkungen auszuschließen. Die Bundesvereinigung der Apothekerverbände hält die Studie zwar für "nicht unbedingt repräsentativ". Dennoch sollen mit eigenen Testkäufen "schwarze Schafe" ausfindig gemacht werden. "Beratung ist das Herzstück des Apothekerberufs", sagt Johannes M. Metzger, der Präsident der Bundesapothekerkammer.</P>

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