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Bekommen Bausparer den Vertrag, der zu ihnen passt? Oder zahlen sie am Ende zu viel? Diesen Fragen ist die Stiftung Warentest nachgegangen.

Wegen schlechter Beratung

Stiftung Warentest: Bausparer zahlen oft zu viel

Berlin - Mit einem Bausparvertrag sparen Millionen Deutsche für den Immobilienkauf. Doch werden sie immer gut beraten? Dieser Frage ist die Stiftung Warentest nachgegangen.

Beratungsfehler kosten viele Bausparer laut Stiftung Warentest unnötiges Geld. Nur drei der zwanzig Bausparkassen in Deutschland erhielten die Note „gut“, vier fielen mit „mangelhaft“ durch. „Die Bausparkassen beraten heute besser als früher“, gestand „Finanztest“-Chefredakteur Heinz Landwehr bei der Vorlage des Tests am Dienstag in Berlin zu. Es gebe aber noch viel Verbesserungsbedarf. Die Bausparkassen kündigten an, möglichen Versäumnissen auf den Grund zu gehen.

Bausparverträge sind wegen der niedrigen Zinsen in den vergangenen Jahren beliebt, denn damit sichern sich Kunden ein zinsgünstiges Darlehen in 10 oder 15 Jahren.

Jeweils sechs bis sieben Tester hatten bei den zwanzig Anbietern Angebote eingeholt. Die Testkunden (ledig, 2200 Euro Monatsnetto, 15.000 Euro gespart) gaben an, sie wollten in zehn Jahren eine Immobilie finanzieren und dafür monatlich 400 Euro sparen. Ergebnis: Je nach Anbieter hätten die Bausparer unterm Strich 13 000 Euro zu viel gezahlt. Die größten Fehler der Berater:

Zu hohe Bausparsumme: Der Kunde muss dafür lange einzahlen und erhält das Darlehen Jahre zu spät - in einem Fall wären es 15 Jahre gewesen.

Zu hohes Guthaben: Es senkt die Höhe des zinsgünstigen Darlehens. Dieses berechnet sich so: vereinbarte Bausparsumme minus Guthaben.

Zu hohe Raten: Manche Berater setzten Darlehensraten an, deren Höhe die Kunden überfordert hätten - zum Beispiel 70 Prozent des Nettoeinkommens.

Zu wenig Transparenz: Schmierzettel, keine Spar- und Tilgungspläne, Schweigen über Gebühren - einige Anbieter machten es den Kunden unmöglich, mit der Konkurrenz zu vergleichen.

„Finanztest“-Chef Landwehr sagte: „Bausparen an sich ist eine prima Idee.“ Der Vertrag müsse aber genau auf den Kunden abgestimmt sein, sonst fliege ihm seine Immobilienfinanzierung um die Ohren. Die Stiftung vermutet, dass ein Teil der Berater den Kunden bewusst überdimensionierte Verträge andrehe. Diese lohnten sich wegen der anteiligen Abschlussgebühr mehr, sagte Landwehr. „Berater sind eben auch Verkäufer.“

In einzelnen Beratungen seien offenbar Fehler gemacht worden, teilte der Verband Privater Bausparkassen mit. „Dies gilt es jetzt genauer zu analysieren“, sagte Sprecher Alexander Nothaft. Für ein abschließendes Urteil sei es deshalb noch zu früh. „Ziel ist es selbstverständlich, durchgängig nicht nur eine hohe Produktqualität, sondern auch eine hohe Beratungsqualität zu gewährleisten.“

dpa

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