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Frühstücks-Cerealien sollte man sich öfter selbst zusammenstellen.

Rund 60 Waren unter der Lupe

Zu viel Zucker: Stiftung Warentest warnt vor diesen Produkten

Berlin - Viele ahnten es schon, aber nun hat Stiftung Warentest den Beweis: In vielen Produkten steckt mehr Zucker drin, als die meisten Menschen vermuteten. Besonders eine Ware steht im Fokus.

Die Stiftung Warentest warnt vor dem hohem Zuckergehalt vieler Fertiglebensmittel. Ein erheblicher Teil des von Verbrauchern konsumierten Zuckers sei in verarbeiteten Nahrungsmitteln enthalten, die nicht unbedingt als süß gelten, berichtet die Zeitschrift "Test" in ihrer Mai-Ausgabe. Nicht nur Süßwaren, sondern auch Joghurts, Fertigsoßen und Frühstücks-Cerealien seien kräftig gesüßt. Viele Softdrinks strotzen nur so von Zucker.

Laut Stiftung Warentest verbraucht der Durchschnittsbürger rund 90 Gramm Haushaltszucker am Tag, das sind umgerechnet rund 29 Stück Würfelzucker. Hinzu kommt Süße aus Glukosesirup, Honig, Dick- und Fruchtsaft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält nur gut die Hälfte für tolerierbar, nämlich maximal 50 Gramm zugesetzten Zucker täglich. 25 Gramm - oder acht Stück Würfelzucker - sind demnach ideal.

Großteil in verarbeiteten Lebensmitteln

Ein Achtel des konsumierten Zuckers rieseln die Verbraucher laut Stiftung Warentest selbst in Kaffee, Kuchen und Pudding. Ein Großteil verbirgt sich jedoch in verarbeiteten Lebensmitteln. Die Stiftung Warentest hat exemplarisch 60 dieser gesüßten Produkte eingekauft und die Anteile an zugesetztem Zucker in einer realistischen Portion über die Angaben auf den Etiketten berechnet.

Von 15 eingekauften Frühstücks-Cerealien enthielten laut Stiftung Warentest einige reichlich Zucker - vor allem solche, die mit Comicfiguren auf der Packung Kinder ansprechen. Mit 43 Prozent Zucker war den Angaben zufolge sogar eine richtige Zuckerbombe dabei. Frühstückt ein Grundschüler davon 60 Gramm, hat er den Testern zufolge schon mehr Zucker intus, als ihm die WHO für den ganzen Tag empfiehlt.

Joghurts besonders betroffen

Auch Frucht- und Knusperjoghurts enthalten laut Stiftung Warentest oft viel zu viel Zucker: Von 15 eingekauften Milchprodukten enthielten einige 150-Gramm-Joghurts so viel zugesetzten Zucker wie vier Würfel. Auch manche Quarkzubereitungen und Milchmischgetränke enthielten vergleichbar viel Zucker.

Auch Fertigsoßen wie Tomatensoße für Nudeln, Salatdressing, Ketchup oder Barbecue-Soße sind nach Angaben von Stiftung Warentest meist gesüßt. Einige Barbecue-Soßen bestehen demnach zu einem Drittel aus Zucker. Wer sich auf einen guten Esslöffel beschränke, nehme bereits so viel Zucker zu sich wie mit drei Würfeln, warnen die Tester. Ketchup enthält demnach anderthalb Würfel pro Esslöffel.

Bei Softdrinks sind die Mengen an zugesetztem Zucker oft "enorm", wie die Stiftung Warentest erklärte. Getestete Orangenlimos enthielten 14 oder 15 Würfel pro halbem Liter, bei Eistees war es fast genauso viel. Bei Colas brachte es die gleiche Menge sogar auf etwa 17 Würfel.

Bunter Speiseplan mit unverarbeiteten Lebensmitteln

Die Stiftung Warentest empfiehlt angesichts des hohen Zuckergehalts von Fertigprodukten zu einem bunten Speiseplan mit vielen unverarbeiteten Lebensmitteln. Verbraucher, die auf Ketchup und süße Frühstücksflocken nicht verzichten wollen, sollten anderswo Zucker einsparen. Um zuckerärmere Produkte zu finden, seien Vergleiche ratsam, empfehlen die Tester. Dabei sollten die Verbraucher aber mit realistischen Portionen kalkulieren: Auf den Verpackungen seien die Portionsangaben oft zu klein.

Die Grünen forderten die Bundesregierung auf, eine bessere Nährwertkennzeichnung auf den Weg zu bringen. "Die Bundesregierung schaut zu, wie die Bevölkerung immer übergewichtiger wird", erklärte die verbraucherpolitische Sprecherin Nicole Maisch. Ungesunde Fertiglebensmittel seien "ein großer Teil des Problems".

Die Stiftung Warentest gibt Verbrauchern häufig Tipps, welche Produkte besser abschneiden als andere. Es stehen neben günstigen Waren vor allem auch die Verträglichkeit und Leistung oben auf der Liste. Zum Beispiel, welche Lippenpflegeprodukte die Verbraucher kaufen sollten. Weitere Tests waren zum Thema Zahnzusatzversicherungen, wie Merkur.de zusammengefasst hat oder auch Sonnencremes.

AFP

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