EZB stimmt Verbraucher auf steigende Lebensmittelpreise ein

-

Frankfurt/Main (dpa) - Die Verbraucher im Euro-Raum müssen nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) mit weiter steigenden Lebensmittelpreisen rechnen.

Die Verteuerung von Nahrungsmitteln könne sich "auf sehr kurze Sicht noch leicht beschleunigen, sobald die vergangenen Anstiege der Erzeugerkosten auf die Einzelhandelspreise durchschlagen", schreibt die EZB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht für Dezember. Nach den Preisschocks der vergangenen Monate sei zunächst keine wirkliche Entspannung in Sicht: "Längerfristig bleiben die Aussichten für die Nahrungsmittelpreise sowohl am Weltmarkt als auch im Euroraum mit großer Unsicherheit behaftet."

In Deutschland hatte der starke Preisanstieg bei Heizöl, Kraftstoffen und Nahrungsmitteln die jährliche Inflation im November auf 3,0 Prozent getrieben und damit auf den höchsten Wert seit Februar 1994. Auch im Euro-Raum hatte die Inflation im vergangenen Monat mit 3,0 Prozent den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht. Die EZB geht davon aus, dass die Teuerung auch 2008 deutlich über der kritischen Marke von zwei Prozent liegen wird und sich im Jahresverlauf nur moderat abschwächen wird.

Von den Auswirkungen der Krise an den internationalen Finanzmärkten sieht die EZB Verbraucher indes kaum betroffen: Die Wachstumsrate der Bankkredite an private Haushalte sei in den vergangenen Monaten trotz der Turbulenzen robust geblieben.

Allerdings sei "die Risikobewertung an den Finanzmärkten noch nicht abgeschlossen", schreiben die Experten der Notenbank. Dies gehe einher "mit anhaltender Unsicherheit über die potenziellen realwirtschaftlichen Folgen" der infolge der US-Immobilienkrise entstandenen Turbulenzen. Die Fundamentaldaten für das Euro-Gebiet seien aber nach wie vor solide: Die Ertragslage der Unternehmen entwickele sich gut, die Arbeitslosigkeit sei so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Gleichwohl werde der EZB-Rat "den Entwicklungen an den Finanzmärkten ... in den nächsten Wochen weiterhin große Aufmerksamkeit widmen".

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -
Die USA sind eher ein Land der Spritschlucker und dicken Geländewagen - bisher. VW setzt aber darauf, dass sich die Kunden mehr in Richtung E-Auto orientieren. Die …
VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -
Schwächelnder Euro hievt Dax wieder ins Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Kursverluste des Euro haben den Dax am Dienstag wieder gestützt. Der deutsche Leitindex rückte um 0,35 Prozent auf 13 246,33 Punkte vor und machte …
Schwächelnder Euro hievt Dax wieder ins Plus
Furcht vor Regulierung: Bitcoin-Kurs bricht ein
Mitte Dezember steigt die Kryptowährung nach einem rasanten Höhenflug zeitweise bis auf die Marke von 20.000 Dollar - seither verliert sie deutlich an Wert. Denn es gibt …
Furcht vor Regulierung: Bitcoin-Kurs bricht ein
Streikbereite IG Metall schlägt Arbeitszeitkonten vor
Die IG Metall gibt sich streikbereit. Mit vollen Kassen könne man jeden Streik in der Metall- und Elektroindustrie durchhalten. Doch Gewerkschaftschef Jörg Hofmann …
Streikbereite IG Metall schlägt Arbeitszeitkonten vor

Kommentare