Stimmung im Dienstleistungssektor stabil

- München - Die Stimmung in der deutschen Dienstleistungsbranche hat sich im September weiter stabilisiert. Der Geschäftsklima-Index Dienstleistungen, den das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag in München erstmals vorstellte, verharrte wie im August und Juli bei neun Punkten. Während die Unternehmen ihre aktuelle Lage deutlich besser beurteilten, seien die Erwartungen für die kommenden Monate weniger günstig ausgefallen. Dies deute auf eine moderate Konjunkturbelebung noch im Herbst hin, sagte ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger.

Das ifo Institut ermittelt den Index aus einer monatlichen Befragung von rund 2000 Unternehmen unterschiedlicher Dienstleistungszweige, darunter beispielsweise Gastgewerbe, Personenund Güterverkehr, Datenverarbeitung und Abwasser- und Abfallbeseitigung. Damit handele es sich um die mit Abstand umfassendste Erhebung dieser Art in Deutschland, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Staatliche Dienstleistungen, beispielsweise in der Verwaltung, sowie Finanzdienstleistungen sind in dem Indikator nicht enthalten.

Die Befragungen wurden bereits seit einigen Jahren zunächst auf vierteljährlicher und dann auf monatlicher Basis vorgenommen, bisher aber nicht veröffentlicht. Künftig solle das Geschäftsklima Dienstleistungen parallel zum bereits bekannten ifoGeschäftsklimaindex veröffentlicht werden, der Einschätzungen zur aktuellen Lage und den Zukunftsaussichten der Unternehmen in Industrie, Groß- und Einzelhandel und in der Bauwirtschaft abbildet. Der ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

Die Dienstleistungsbranche mache in Deutschland ohne den staatlichen Bereich fast die Hälfte der gesamten Wertschöpfung aus und müsse daher auch ausreichend konjunkturell berücksichtigt werden, sagte Sinn. Der kontinuierliche Stellenabbau in der Industrie habe durch die Dienstleistungsbranche in etwa aufgefangen werden können, mittlerweile seien rund 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland in verschiedenen Dienstleistungszweigen zu finden.

Im Vergleich aller Wirtschaftszweige fielen die Einschätzungen der Dienstleistungsunternehmen derzeit am positivsten aus, sagte Sinn. "Da ist offenbar das Urteil über die Lage und die Erwartungen günstiger, als im verarbeitenden Gewerbe, günstiger als im Groß- und Einzelhandel und erst recht als im Baugewerbe."

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